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in den schönsten Versen vorgetragen,würde, wie Aristoteles sagt, dennochkein Gedicht seyn.
Hieraus folget, daß der Künstlersowol seinen Stoff überhaupt, alsjeden Theil dcsselbcu in einer dopcl-ten Absicht zu beurthcilen, und zuwühlen habe. Einmal muß er dar-auf sehen, daß er keinen der Bearbei-tung unwürdigen Stoff Wahle.
Man muß für alle Künste zurHauptuiariine der Wahl machen, wasVitruvius von Gcmahlden sagt: siesepeu nichts lvcrrk, rvenn sie nurdurch B.un!k gefallen "H.
Hicvon haben wir im Artikel Run.ste hinlänglich gesprochen, und wol-len unfre Künstler zum Ueberfluß nochauf die gute Lehre verweisen, die Ci-cero dem Redner giebt. **). Hernachabcr inuß der Künstler auch überle-gen, ob der Stoff überhaupt, undjeder Theil desselben sich ästhetischbearbeiten lasse, um ein Gegenstanddes Geschmaks zu werden. Zu je-nem wird Verstand und Veurthei-lung, zu diesem Geschmak crfodert.Mcngs hat angemerkt, daß AlbereDürer die Kunst der Zeichnung ebenso sehr in seiner Gewalt gehabt, alsRaphael, aber in Absicht auf denGeschmak nicht so gut zu wählen ge-wußt habe, als dieser. Oft findetein Dichter ein Gleichniß, das vor-trefflich paßt, und dennoch nichtkann gebraucht werden, weil esdem guten Geschmak entgegen ist.Darum sagt Horaz vom gutenKünstler:
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") ttegu« enim p!Üur?e prob-ri a«.kenr — s>s»gäe I'untelexüiiiesiibzrte.V>rr. I.. VII. c, 5. .
") 8umen<ji>e res ei unr aut msxnikuäi.ne piselhviles. su, nnvilsrs pnm-e,«ul ipso sw^»I»,ee. Keque
enim p,fv»e, nec usuarse, n°gue vul-xzr-z »clmi zcione, zut omnino Izuciizckxnüs viäsri solcar» Lic. in Lrur.
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Oelperzi rrstisirz iilcelcers poiks,relinguir.
Der Künstler muß also nirgendleichtsinnig, oder unbcdachtsam daserste, was sich seiner Vorstellungs-kraft darbietet, nehmen; sondern al»lemal mit Sorgfalt untersuchen, obes das ist, was es seyn soll, ob eSschon in seiner natürlichen Beschaf-fenheit hinlängliche, ästhetische Krafthat, und ob es so ist, wie VergüteGeschmak es erfordert. Je mehr Be-urtheilnng und Geschmak er hat, jebesser wird er in beyden Absichtenwählen.
Noch ist bcy der Wahl der Mate-rie überhaupt auch darauf zu sehen,ob sie zu der bcsondern Gattung desWerks, wofür sie dienen soll, bequemund schiklich sey. Es giebt Handlun-gen, die sich sehr gut zur Tragödieschiken, und schlecht zur Epopöe, undumgekehrt; Empfindungen, die manvortrefflich in einem Liede, und nichtwol schiklich in einer Ode vortragenkönnte. Ist der Stoff nicht nur über-haupt interessant, zur ästhetischenBearbeitung tüchtig, sondern auchnoch für die Form des Werks schik-lich, so wird einem guten Künstlerdie Ausführung nicht mehr schwerwerden,
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dtec tacuuclw llelcrec buric nec lu-ciclus orllo.
Die Dichter haben größere Sorg-falt bey der Wahl nöthig. Der Mah-ler, der übel gewählt hat, gefällt nochimmer, wenn die Arbeit vollkommenausgeführt, oder wenn der Gegen-stand vollkommen dargestellt ist.Nicht darum, wie Du Dos nieynt,weil es schwerer ist, gut zu zeichnen,und zu mahlen, als einen guten Verszu machen; sondern deswegen, weileine vollkommene Nachahm,vng derAehnlichkeit halber Wohlgefallen er-
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