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4 (1794) [R - Z]
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685
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weil unvorbereitete Septimen undvorgehaltene Quinten ohne Vorberei-tung auf einander folgen.

Die Sänger und Spieler bringenoft Verzögerungen oder Vereisungenan, die der Tonsetzcr nicht angezei-gt hat, und gar oft sind sie vonsehr guter Würkung. Aber wer die-ses thun will, muß eine hinlänglicheKenntniß der Harmonie haben, da-mit er nicht gegen die Regeln des rei-nen Satzes dabey anstoße Ueberdemmuß man auch darauf Acht haben,ob die andern begleitenden Stimmensolche Veränderungen in dem Fort-schreiten zulassen. Wenn die Violi-nen, oder Flöten die Haupcstimmeim Unisonus begleiten, kann dieseweder verzögern, noch voreilen, weilsie mit den andern Stimmen lauterSecunden machen wurde.

Mit den schiklichen und den Aus-druk habenden Verzögerungen undVoreilungen muß man das sogenann-te Schleppen und Wien, das auswürllichem Mangel des Gefühls derwahren Bewegung entsieht, nichtverwechseln; denn dieses sind wahreund schwere Fehler, die die ganzeHarmonie eines Stüks verderben.Wer durchaus mit seiner Stimme je-den Ton um ein Achtel zu früh, oderzu spät angiebt, verursachet eine völ-lige Verwirrung in der Harmonie.Doch ist das Eilen noch erträglicherals das Schleppen, weil die eilendeStimme die andern bald mit sichfortreißet.

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Vielstimmig.

(Musik.)

So nennt man den Satz, der ausmehr als vier Stimmen besteht, de-ren jede ihre besondere Melodie har.In sofern bey dem Dreyklang einIntervall desselben verdoppelt wer-den muß, sollte der vierstimmige Ge-sang, der aus Baß, Tenor, Alt undDiscant besteht, auch schon zumvielstimmigen gerechnet werden; denneigentlich ist der Satz vielstimmig,der die Verdoppelung eines oder meh-rerer zum Accord gehörigen Inter-valle erfodert. Da nun der couso-nirende Accord außer dem Grundcon,der zum Fundamentalbasse gehörtund für keine besondere Stimme ge-rechnet wird, nur drcy Intervalleenthalt, die Qctave oder Primc, de-ren Terz und Quinte, die in d-eyStimmen können vcilhcilt werden, soerfodert die vierte Stimme bey jederconsonireilden Harmonie schon dieVerdoppelung oder Wiederholungeines der consonircnden Intervalle.Indessen wird nach dem gewöhn-lichen Gebrauch des Worts nurder Gesang, der mehr als vierStimmen hat, vielstimmig genennt;daher im vielstimmigen Gesang aufjeden Accord, wenn er gleich, wieder wesentliche Septimenaccord, ausvier Intervallen besieht, wenig-stens ein Intervall muß verdoppeltwerden.

Bcym vielstimmigen Gesang hatman außer den allgemeinen Regelndes Satzes besonders noch nöthig zuwissen, was für Intervalle zur Ver-mehrung der Harmonie sollen verdop-pelt werden. Wir haben deswegenhier vornehmlich zu zeigen, wie die-se Verdoppelung am schiklichsten ge«. schche.

Hier ist vorerst dieses zur Grund-regel anzunehmen, daß bey disso-nirenden Accorden die DissonanzenNicht können verdoppelt werden;

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