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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
676
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als eint Stimme recitiret, solche Ver-wechslungen in allen Stimmen an-gebracht; und gemeiniglich werdenauch die Auflösungen in diesen Zöl-len übergangen, daß also nach einemunresolvirlen Satze gleich ein andererdisftnirender erfolget; dadurch wird«in Zuhörer in beständiger Unruheund Erwartung ciner'Auflvsung oderKuhc unterhalten. Marc.llo in Vene-dig hattc.es zu seinen Zeilen, da dieseHlrt gewöhnlich war, so weil damitgetrieben, daß geschiktc EomponistenMühe hatten, deren Richtigkeit aufdein Papier zu entdeken.

Eine ganz gewöhnliche von vielenunbemerkte Verwechslung geschiehstbey dem Ccrtcnaccord, in welchemdie Terz, anstatt daß sie unter sichtreten sollte, über sich tritt, und derBaß die Resolution hat:

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Verwiklung.

sSchönc Künste.)

HRir sagen, eine Sache sey verwikelt,wenn es uns einige Mühe und An-strengung der Aufmerksamkeit verur-sachet, ihre Art und Beschaffenheiteinzusehen; plan und einfach abernennen wir das, dessen Art und Be-schaffenheit wir leicht erkennen. EineHandlung ist plan und einfach, wennein einziges Mittel, oder gar wenigVeranstaltungen gerade zum Zwekführen; verwikelt ist sie, wenn manzu Erreichung des Zwcks mancherlei)Anstalten zu machen hat. Jene glei-cher einer Reise, auf der man dengeradesten Weg geht, und ohne Hin-dernd zum Ziele kommt; diese hatAehulichkeit mit einer Reise, die durch

Ver

mannichfaltige Umwege, und durchWegranmung vielerlei) Hindernissezum Ziele führet.

Handlungen und Unternehmungenohne Verwiklung haben wenig Rei-zung; und wenn sie eine beträchtlicheZeit erfodern, so werden sie langwei.lig und verdrießlich. Man üb-rsie-hec gleich im Anfang alles, was da-bei) zu thun ist, und in der Ausfüh-rung selbst geht alles ohne Schwie-rigkeit fort; man muß nirgend stillestehen, um sich zu bedenken, wieman dein Ziel naher kommen soll;man trifft keine Schwierigkeiten an,deren Ueberwindnng Anstrengung derKraft crfodcrt- Also beschäftiget dieHandlung selbst den Geist nicht, unddas Verlangen, das Ende davon zusehen, ist das einzige, was wir da.bey fühlen. Daher entstehet der Ver-druß der langen Weile dabey. Ebenso geht es uns auch, wenn wir dieHandlungen andrer Menschen sehen.So bald wir gar nichts Verwikeltcsdarin bemerken, finden wir sie lang-weilig ; mit Vergnügen aber folgenwir den handelnden Personen, wennwir sie m mancherlei) Schwicrigkei.ten verwikelt sehen, die sie nach undnach überwinden.

Wir haben bereits anderswo gczei-get, wie in den epischen und drama-tischen Handlungen aus Verwiklungder Unistände Knoten entstehen) dieunsre Aufmerksamkeit auf den Fort-gang der Dinge kräftig reizen, undwie die allmählige Auflösung der Kno-ten durch die Befriedigung unsrerErwartungen Vergnügen macht.*)Im Grund entsteht unser Vergnügennur aus dem Gefühl unsrer Kräfte,und deren Würknng. Wo wir alsoeine beständige Spannung der Kräftefühlen, die allniählig ihre Würkunzerreichen, da empfinden wir auchVergnügen. Die Kräfte selbst aberfühlen wir nicht anders, als durch

die

') S. Kneten z Auflisung.