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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
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654
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Kz4 Ver

V

Dergleichen Verrükungen oder Weg-rükiingen kommen sowol in der Har-monie, als in der Melodie vor.

Die harmonische Verrüknng kannauf zweyerley Weise vorkommen:

1. indem man die Grundharmonieauf einen Augcndlik zerstört, aberauch sogleich wieder Hersteller; und

2. indem man den Accord nichtgleich in seiner Vollkommenheit Hö-ren läßt. In Heyden Fällen abergeschieht es so, daß die Grundhar-monie darum nicht aus dem Gefühlgebracht wird.

Im ersten Fall ist die Nerrükungin der Harmonie das, was derDurchgang in der Melodie ist, undin den Stimmen, wo die Verrükunggeschieht, geht ein Durchgang in derMelodie vor *), Z. B.

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Verrükungen dieftr Art geschehenohne alle Vorbereitung; sie zerstörendie vorhergehende Harmonie auf derschlechten Zeit des Taktes, und stel-len sie auf der folgenden guten niitdoppelter Annehmlichkeit wieder her.Sic dienen außerdem bald zur Ver-bindung des Gesanges in den cinzclenSummen, bald zur Unterhaltung derBewegimg, oder das Stillestehenderselben zu verhindern. Die Inter-valle, mit denen diese Art der Ver-rükung bewerkstelliget wird, sind ins-gemein gegen die Grundnotc dissoni«rcnd, und werden mich durchgehendeDissonanzen gcnennct.

In, zweytcn Fall entstehen die zu-fällig dissonireuocn Accorde, die nurauf der guten Zeit des Taktes vor-

*) S. Durchgang.

kommen können, und deren Disso-nanzen vorbereitet und aufgelösekwer-dcn müssen. Hievon aber ist in ver-schiedenen Artikeln hinlänglich gespro-chen worden H. Wir merken nurnoch an, daß die harmonische Vn.rükung in beydcn Fällen nur bey sol-chen Accorden, die von einer betracht-iichen Lange und Gewicht sind, au-gebracht werden kann.

Eine andere Art der Verrükmig,die aber nur in der Melodie statt hur,ist die, wenn ein oder mehrere Tönedurch Vorausnähme oder Verzöge-rung früher oder später, alssesollten, eintreten. Hievon wird iueinem besondcni Artikelgesprochen)).

Zeit, Rhythmus und Bewegungkönnen auch auf mancherlei) Weisverrükt werden. Wenn z. B. im ^Takt drey Viertel gesetzt werden, dieden Zeitraum von zwey Takten ein-nehmen, und gleich schwer vorgetra-gen werden, wodurch die Taktbewc-gung auf eine kurze Zeit ganz zernich-tet wird. Diese Art der Verrükungkann in Unentschlosscnheit, oder indem Ausdruck der Furcht, oder in ei-nem Singsiük bey überaus starkenund nachdrüklichen oder trotzigenWorten, oder wenn man den Zuhö-rer nach einer einförmigen und lang-weiligen Fortschreitung der Dense-gnngunvcrmuthct durch etwas fmn-dcs und ungewöhnliches erschütternund wieder aufmuntern will, vonder größten Kraft seyn, wenn sienur mit Ueberlequng angebrachtwird; oder wenn in einem Allegroein paar Takte Adagio angebrachtwerden;' oder beyde Bewegungen inentgegengesetzten Leidenschaften miteinander abwechseln; oder wemdie Bewegung auf eine kurze Zeitgar stille sieht, wie bey Fermaren ff).

Hiehtt

') Dissonanz I Th. S. 637; Auflösun«

ebend, S. 2Z8; Vorhalt.") -znricip«n'o; Nerseclitris,ss) S. Verzögerung,tt) S. Fermate.