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einerley Art die Verhältnisse derTheile verschiedentlich abändert, undeiner Fotm mehr Schönheit giebtals andern von ihrer Art, so kommtes darauf an, daß der Zeichner dasbeste für jeden Fall zu wählen wisse.Wir wollen hier, um uns sin derunermeßlichen Mannichfaltigkeit derDinge i! cht zu verirren, die Betrach-tung der Verhältnisse blos auf diewichtigste aller Formen, der mensch-lichen Figur einschränken.
Man schreibet dem Zeichner insge-mein genau bestimmte Verhältnissevor, nach denen er jeden Theil desmenschlichen Körpers zeichnen soll,um ihn schön zu machen. Aber maubedenkt dabcy nicht genug, daß selbstfür die menschliche Gestalt kein ab-solutes Maaß der Schönheit gesetztftp. Wie die weibliche Gestalt eineand^c Schönheit hat als die männ-liche, die Kindheit eine andere alsdie mannlichen Jahre, so erfodertauch jeder Charakter des Menschenandere Schönheit, folglich andereVerhältnisse. So mancherlei) Cha-raktere zu schildern sind, so vielerlei)Verhältnisse müssen auch beobachtetwerben. Die griechischen Bildhauer,die das Gefühl des Schönen in einemhohen Grad besaßen, bildeten ihreGottheiten nicht nach einerlei) Ver-hältnissen; Jupiter, Apolls, Herku-les, und andre Götter, bekamen je-der andere, nach dem ihnen zukom-menden Charakter, und so auch dieGöttinnen-
Es fehlet unendlich viel daran,daß wir für jede Art des Cyaractcrsdie genaue Form des Körpers solltenbestimmen können, die sich am bestenfür ihn sehiket. Also besitzen wirauch keine bestimmte Wissenschaft derVerhältnisse, die man dem Zeichnervorschreiben könnte.
Da die Charaktere der Menschenaus so mannichfalrigen Vermischun-gen iyrec Eigenschaften bestehen, daßes unmöglich ist alle zu bestimmen,
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so ist eS auch nicht möglich, die Ver-hältnisse der verschiedenen schönenFormen des Körpers anzugeben.Doch scheinet es, daß die Griechendarin das meiste gethan haben. Siclegten ihren meisten Gottheiten be.stimmte Charaktere bcy, deren jederin seiner Art das Höchste war, wasman etwa an Menschen beobachtenkonnte; ihre Bildhauer beflissen sichin dem B>ld jeder Gottheit ihren Cha-rakter auszudrüken, und dieses nö-thigte sie, die menschliche Gestaltans das genaueste zu betrachten, da-mit sie entdcken konnten, wie die Na-tur die vorzüglichsten Charaktere derMenschen in der Gestalt des Körperssichtbar gemacht habe. Durch die-ses Studium entdekten sie, wie dieVerhältnisse seyn müßten, wenn dieGestalt eine Venus, oder eine Junonach ihrem Charakter abbilden sollte.Die Gestalt der Königin der Göttermußte bei) der weiblichen Schönheitauch Hoheit und Ernst, das Bildder Göttin der Liebe alle Reizungenzur Wollust darstellen.
Wir können also nichts besseresthun, da unsre Begriffe von mensch-licher Vollkommenheit, überhauptbetrachtet, eben die sind, die dieGriechen gehabt haben, als die Ver-hältnisse annehmen, die sie in derNatur durch vieles Forschen entdckthaben. Es ist ein großer Verlust fürdie zeichnenden Künste, daß dieWftkeder Griechen, die über die Verhält-nisse geschrieben haben, veriohren ge-gangen. Philostrarui, führt in derVorrede zu der Beschreibung seinerBilder einige davon an. Doch istdieser Verlust dadurch in etwas er-setzt, daß noch verschiedene schöneWerke der bildenden Künste übrig ge-blieben sind, woraus man die Ver-hältnisse, denen sie folgten, abmessenkann. Man hat die besten Antikenvielfältig abgezeichnet, und nach al-len Verhältnissen ausgemessen. Aberzum Studium der besten Verhältnisse