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ist cr i» allen Gebäuden ein ganz we-sentliches Glied. Er muß so liegen,daß cr nicht mber den Schaft derSäule vorstehe. Seine Dikc oderHohe wird von l bis >5 Model ge-nommen.
Er wird entweder ganz glatt gc-lassen, wie in den meisten antiken Ge-bäuden, oder in Bänder nbgeihcilt.Golomann setzt allemal einen Ueber-schlag aufdenUntcrdalken und unterdem Uebcrschlag einen Riemen in dertoscanischen Ordnung, eine -Hobl-lcilre in der voriscbcn, in der soui-setzcn eine Rehlleiste, in der römi-schen eine Kehlleiste und einen Stab,und in der corinchischen eine Hohl-leisie nebst Kehlleisten und Stab.In antiken Gebäuden von feinem Ge-schmak findet man ihn auch mir ineinander geschlungenem Laubwerkverziert. Der dorische Unrerbalkenhat dieses eigen, daß unter den Tri-glpphen des Frieses Tropfen an demUnterhalten hangen.
Da man itzc keine grvße Gebäudemehr von Holz aufführet, so brauchtes bey großeil Snulenweiten Kunst,dem Unrerbalken die gehörige Stärkezu geben, daß cr von der darüber lie-genden Last nicht cingedrukt werde,Die Alten machten deshalb solcheUnterbalkcn an Haupteingängcn, wodie Säulen weit auseinander waren,von gegoßiiein Erze. Sie gaben denUnterbauen am Portal des Tempelsder Diana zu Ephesus für ein gros-ses Mcistcrstük aus, wicwol cr nur15 Fuß lang war. An dem Fron-ton des Louvre in Paris sind die Un-terbauen aus einem Stük Stein und54 Fuß lang.
Unterhaltende Rede.
(Beredsamkeit.)
Eine förmliche Rede, wobey mankeine höhere Absicht hat, als den Zu-hörer über einen Gegenstand ange.nehm zu unterhalten, und wobey Un-
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terricht und Rührung nur beyläufigvorkommen. Wenn es bei) dem all-gemeinen und hohem Zwek der scho-nen Künste andern erlaubt ist, bis-weilen blos zu ergötzen, so muß manauch der Beredsamkeit dieses nichtverbieten. Bey der öffentlichen An-wendung der Pocste und der Musikwird gar oft blos aus angenehmeUnterhaltung gesehen. D>ese kannauch die Beredsamkeit verschaffen.Aber in unfern Zeiten sind wenig Län-der, wo maii für diese Kunst Ge-schmak genug hat, um sie zu derglci-che» öffentlichen Unterhaltungen an-zuwenden. In Frankreich machensich doch viele ein großes Fest dar-aus, eine blos unterhaltende acadc-mischc Rede zu hören. Es scheinetauch, daß ehedem in Athen und inRom manche Rede, ob sie gleich ei-nen andern Zwek zu haben schien,vou einem großen Thciie der Zuhö-rer blos als untcrhalceno angehörtworden; und es läßt sich nicht zwei-feln, daß nicht in den Odem der Al-ten manche blos u>ircrhalte»deRedevor großen Versammlungen gehal-ten worden.
In Deutschland giebt es noch ver-schieden« Feyerlichkeiten, bey deneneine unterhaltende Rede ein wesent-licher Theil der Feycr seyn sollte.Wären die Veranstaltungen dazuibes-ser, als sie zu seyn pflegen, so konn-ten sie voi lhcilhastcn Einfluß amf dieBeredsamkeit haben. Man ist aberan viclcnOrten gegen dieseKunsi über-haupt so kaltsiumg, daß ein schleich-tes Concert weit mehr Zuhörer anlott,als die beste öffentliche Rede.
Von dein Hauptcharaktcr der un-terhaltenden Rede haben wir beiecirsanderswo gesprochen *). Ihr Stoffbestehet hauptsächlich in Schilde-rung interessanter Gegenstände, wo-bey mau weder Unterricht ode? Be-
Rr 5 lehi.ung,
*) S. Rede.