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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
625
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ders Erwähnung zu thundie Sachensind bekannt. Aber wichtig ist es,jungen Künstlern zu sagen, daß dasgrößte Genie zur Kunst die Uebungnickt entbehrlich mache) daßApellcsselbst es sich zur Regel gemacht, kei-nen Tag, ohne eimge Penselstriche zuthun, vorbey gehen zu lassen, unddaß durchgehendö die größten Künst-ler in jeder Art dieselbe Regel beob-achten, und ihre Grösse zum Theildadurch erlanget haben.

Ist aber die Uebung selbst fürMei-.sier so nothwcudig, so mag derSchüler und der noch junge Künstlerdie Nothwendigkeit fleißiger Uebrut-gen daraus abnebmea. Die Bildungdes künftigen Künstlers muß in derfrühesten Jugend, ich möchte baldsagen, in der Kindheit mit äußernUebungen anfangen. Zu den zeich-nenden Künsten muß die Hand unddas Auge, zur Musik die Finger, odernach Beschaffenheit der künftigenAusübung der Mund, oder die Keh-le, und zugleich das Ohr, zu denKünsten der Rede die Werkzeuge derSprache, und auch das Gehör, zuerstgrübet werden. Später wird manzu vielen Uebungen zu verdrossen, weildas Gemüth schon zu sehr mit an-dern Gegenständen beschäftiget ist;sie werden schon schwerer, weil dieGliedmaßen schon anfangen, etwasvon ihrer Geschmeidigkeit zu verlie-ren, und vielleicht auch deswegen,weil der Eindruk, den jede einzeleUebung macht, und davon etwasfortdauernd seyn muß, schon etwasvon seiner Lebhaftigkeit zu verlierenanfängt.

Wichtig ist es dabei), daß man all-mählig vom Leichtern ans das Schwe-rere steige. Es wäre zu wünschen,daß man für jede Kunst so vollstän-dige und so wol überlegte Anweisungfür die ersten Uebungen der Kunsthatte, als die sind, die Quintillanfür den künftigen Redner gegebenhat.

Vierter Theil.

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Bey den inncrn Uebungen muß mattbey den sogenannten untern Seelen-krästen, dem Gedächtniß, der Ein-bildungskraft, und der Kraft zu fas-sen und zu empfinden anfange», undhernach die höhern Kräfte zu beob-achten, zu vergleichen, zu entwikcln,zu bcurtheilen u. s. w. durch Uebunganstrengen.

Zu wünschen wäre es, daß einerunsrer besten Psychologen sich dieMühe gäbe, eine allgemeine Asketikoder Wissenschaft der Uebungen zurmöglichst vollkommenen Entwiklungder Fähigkeiten der Seele zu verfer-tigen. Dann könnte man darausauch die dcsondern Anweisungen zuden inuern Uebungen der Künstlerherleiten.

Durch eine gewöhnliche Metony-mie werden auch solche Werke, dieKünstler zur Uebung verfertiget ha-ben, Uebungen gencnut. Man gicbtihnen auch den Namen der Studien,weil sie im Französischen etuclos ge-nennt werden. Bergleichen Uebun-gen großer Meister werden von Ken-nern sehr gesucht. Insgemein über-treffen sie in besonder!, Theilen derKunst die würklich nach allen Theilenausgearbelteten Werke. Denn beyde» Uebungen stehet der Künstler ins-gemein nur ans das Eine, darin ersich übet, verfährt deswegen fteyer,und wird durch andre zu einem völ-lig ausgearbelteten Werk der Kunstgehörige Theile in dem Feuer derArbeit nicht gehemmt. Wer sichblos in der Zeichnung des Einzelenübet, wirb weder durch das Eolo-rit, Noch durch die Anordnung, dieder äußersten Vollkommenheit derZeichnung bisweilen hinderlich sind,in Verlegenheit gesetzt. So wirdder Tonsetzcr, der sich in Harmonienübet, durch die Schwierigkeit derMelodie, des Takts und des Rhyth-mus nicht gehemmt, und kann des-wegen auf Erfindungen kommen, dieer nicht würde gemacht haben, wenn

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