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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
615
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6-5

Uebermaßig.

(Musik.)

So werden mit Ausnahme der Terzalle diejenigen Intervalle genennt,welche um einen halben Ton hohergenommen werden, als sie in der Ton-leiter des Tones, !darin man spielt,liegen; als *i, die übermäßige Pri-nie, *2-Secunde, *4-Quarte, *5-Quinte, und die in neuern Zeitenangenommene *6 übermäßige Sexte.Alle dissoniren gegen den Hauptton.Die übermaßige Terz und

übermäßige Septime sind vonkeinem strengen Tonlchrer für brauch,bar angenommen worden; und daherglebr es auch weder eine durch dieUmkchrung der übermäßigen Terzverminderte Sexte, noch eine durchdie Umkchrung der vermcyntcn über-mäßigen ^7 verminderte Sccunde»kl-c.

Da die übermäßige ^2, ^4, *5und *6 außer der natürlichen Tonlei-ter liegen, und daher widrige Ver-

haltnisse hervorbringen, so sind sieaus diesem Grunde im Singen sehrschwer zu treffen, und dieserwege«zusetzen verboten; esseydenn, daßmau sie als Leittöne in andere Toneder Tonleiter betrachte. In diesemFalle wird das Verbot nicht so strengegenommen, daher kann man von Ldurch llis nach e, durch km nach L»und von As nach a gehen.

Aber von L durch nach k kannman schwerlich gehen, und man wirdnicht leicht von guten Meistern in derMelodie Beyspiele davon antreffen.Man kann auch von L dur gewohnli-cher Weise nicht nach kl nioll modn-liren. Doch kann vor kl vorkom-men, wenn dieses kl die Dominantevon L moll ist.

Dergleichen ehedem verbotcne^ort«schreitungen, z. B. bey der über-mäßigen Sccunde von L durchnach e, lassen sich dadurch entschul,digen, daß man sie so betrachtet, alswenn man einen Tausch mit einer an-dern Stimme Übernahme. Z. B«

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Wenn man sich der übermaßigenFortschreitungen enthält, und sie nurauf gewisse besondere Falle spart,so kann man außerordentliche Wür-kung damit hervorbringen. ImRecitativstyl kommen sie aber häu-figer vor, besonders die übermäßigeQuarte.

Die ordentliche große Septime isteben so, wie die übermaßigen Jnter-volle, im strengen Styl melodisch zusetzen verboten: ehedem betraf dasVerbot auch die große Sexte, die doch

gegenwartig in der Melodie unent-behrlich ist. Man findtt alte Lehr-büchcr, wo unsere große Septime dieübermäßige gcncnnet wird.

Weder die übermaßige Quinte,noch die übermäßige Sexte kommenmelodisch im Absteigen vor ; wol aberim Baß zuweilen die *5, zumal wennder Baß nicht gesungen, sondern vonInstrumentistcn gespielt wird. ZumBeyspiel:

Qg 4