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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
613
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Man kann überhaupt anmerken,daß die verschiedenen Gcmüthblagen,darin die redende Person sich befindet,auch die Verschiedenheit des lieber-ganges natürlicher Weise verursache,und daß deswegen drei) verschiedeneGattungen desselben vorkommen müs-sen, nachdem die Folge der Rede durchden Verstand, oder durch die Einbil-dungskraft, »der durch die Empfin-dung bestimmt wird. In Werken,die blos auf deutlichen Unterricht ge-hen, werden zum Uebergang For-meln gebraucht, die auf eine geradeeinfache Weise den Zusammenhangder Gedanken anzeigen; sie zeigen unszum voraus, ob das Folgende einSchluß scy, der ans dem Vorherge-he! den gezogen Wied; oder ob es eineErweiterung, eine Einschränkung undnalere Bestimmung, ein Gegensatzdes Vorhergegangenen scy; ob es we-sentlich zur Sache diene, oder nurbcylaufig augemerkt werde; ob eseii e Fortsetzung der vorgetragenenMaterie, oder etwas davon verschie-de nes scy u. s. w. Kurz, diese For-n eln lassen uns die ganze Methode,nach welcher der Redner denkt, invölliger Klarheit sehen, und der Vor-trag bekommt dadurch ein sehr HellesLicht und mancherlei) angenehmeWendungen.

In Werken, wo schon mehr aufAnnehmlichkeit, mannichfaltige Be-friedigung des Geschmaks gesehenwird, kommen künstliche, dem Ge-schmak schmeichelnde Formeln desUebergangcs vor, die in dem Witz,oder in der Laune des Redenden ihrenUrsprung haben. Es giebt zierliche,lustige, satytische, poßirliche und an-dere Arten des Ucberganges, die viel-leicht eben sowol, als die Figuren,über die so sehr viel geschrieben wor-den, verdienten in der Rhetorik be-trachtet zu werden, da sie gewiß vielzur Vollkommenheit der Schreibartbeytragen.

Ueb Kiz

Ein unmittelbarer Uebergang voneinem Hauptpunkt, oder von einen»geeudigten Haupttheile der Rede aufeinen neuen, hat oft etwas Harles.Man erwartet einen Wink, daß einHauptpunkt geeudiget sey, und nunetwas neues anfange. Die Grie«chcn bedienten sich in ihrem lehrendenVortrag gar oft der kurzen Formel:so viel hievon, oder eines diesemähnlichen Schlusses, oder zeigten als-dann, ohne Umschweif den neuenPunkt an, auf den sie übergiengen.Diese Art pflegte auch Winkelmannbisweilen nachzuahmen; z. L. Nachder Betrachtung über die Bildungder Schönheit ifi 5um zwe/tei»von dem Ausdrnk 5u reden. Indem einfachen lehrenden Vortrag die-net dieses zur Deutlichkeit. DieRedner pflegen auf eine ahnlicheWeise von einem Hauptpunkte zumfolgenden überzugehen, worüber dievorher angeführte Stelle aus denUbetoricis tiereunium jUM Bcy-spiele dienet.

Die epischen Dichter bedienen sichbisweilen sehrftyerlichcr Uebergange,wobcy sie wol gar eine neue Anru-fung an die Muse thun. Em merk«würdiges Beyspicl eines solchenhochstpathetischen epischen Ucbergan-ges ist der Anfang des dritten Buchsim verlornen Paradies. Diese Artist sehr schiklich, die Aufmerksamkeitaufs neue zu erwcken, und dkn Leftrin große Erwartung zu setzen; daherfast alle Dichter in der Epopoc sichderselben bedient haben.

Hingegen sind Uebergange, die er-zwungene, blos eingebildete Verbin-dungen der auf einander folgendenMaterien enthalteil, sehr frostig undkindisch, welches Quintilian an denrhetorischen Schulübungen seiner Zeit,und ain Vvioius tadelt *).Qq Z Von

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