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die, deren Begierden durch einigeSchwierigkeiten sie zu befriedigen ge-reizt, und deren Geschmak durchMäßigkeit in seiner natürlichen Leb-haftigkeit erhalten wird. Eben sogeht es in Sachen, die blas auf diefeineren Bedürfnisse der Seele abzie-len. Was für ein entjükendes Ver-gnügen ist es nicht, sich der Wollust,der Freundschaft und der Zärtlichkeitzu überlassen, wenn die Gelegenheitdazu etwas selten ist ? Mit was fürdurchdringendem Vergnügen wirdman nicht eingenommen, wenn mansich in einer guten Gesellschaft befin-det, wo Geist, Munterkeit und Vcr-gnügen mit Verstand und Kcnntnißherrscht, wenn man sie selten ge-nießt?
Eine reiche Bildergallerie rührtanfänglich durch den Reichlhum unddie Mannichfaltigkeit, aber der Geistwird bald durch die Menge der Ge-genstände zerstreuet; man hat Mühe,seine Aufmerksamkeit zu sammeln,um das Vergnügen von einem Mei-sierstük ganz zu genießen. Ein Gc-niahldc von der ersten Art in einemZimmer sammelt alle unsre Sinnenzusammen, und wir genießen es ganz.Ein einziger Diamant an dem Hals,oder auf der Brust einer Schonen,reizt das Auge ungemein; aber dieMenge derselben macht einen Augen-dük erstaunt, und verliert bald allenReiz.
Der Künstler versteht seinen Vor-thcil gewiß nicht, der das Schonein seinen Werken aufzuhäufen sucht;denn je hoher seine Gattung ist, jesparsamer muß es vorkommen. Dievortrefflichsten Gleichnisse, die hausigsind, verlieren ihre Kraft: in einemGemahlde von viel Figuren, wo jedeeine Hauptfigur zu s.yn verdienet;im Drama, wo jede Person unsrerganzen Aufmerksamkeit werrh wäre;in einem Tonstük, wo jeder Ton mitallen Vorrheileu des Reizes und desNachdrnkS vorgetragen wird, wo
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jede Figur tief inö Herz bringet: anallen solchen Werken ist ein schädli-cher Ueberfluß. Nichts ist vortreff-licher, als die Metaphern und diestarken Gedanken des englischen Dich-ters Foung; aber ihr Ueberflußmacht sie. ermüdend und gebiehrtEkel.
Es scheinet, als wenn die erste»Kenner, sowol unter den Alten, alSunter den Neucrn die vornehmstenWerke der Bildhauer mehr bewun-derten, als die ersten Werke der Mah-ler. Sollte der Grund hievon i«der Sparsamkeit des Schonen liegen,die in jenen großer ist? Daß die sei-nesten Kenner den Schriften aus denZeiten des Augustus und Ludwigsdes XIV vor denen, die unrer Tin-jan und unter Ludwig dem X v er-schienen sind, den Vorzug gebe»,kommt großtcnthcils daher, daß dieletztem an Schönheiten überfließen,die in jenen mit kluger Sparsamkeitangebracht sind.
Es ist ein ungemein schädlichesVorurtheil, zu glauben, daß » anSchlag auj Schlag uuaus örlich oenGeist und die Empsinduüss aiigreif.umüsse. Denn dieses ist d. r gewissesteWeg, nur schwach zu ruhten. DerKünstler versteht sein Interesse ainbesten, der jeden großen Elt.druk soweit von andern entfernt, daß er Zeithat, sich völlig dem Gcmulhc emzu-drüken, und sich darin ganz auszu-breiten. Je großer die Schönheitenin einem Werk sind, je sparsamermüssen sie vorkommen,
Ist diese Sparsamkeit auch bcyder höchsten Schönheit nöthig, soist sie es noch sehr viel mehr bcy Din-gen, die blos als Zierrathen anzu-sehen sind, wo der Ueberfluß schnel-len Ekel gebichrc. Die Anmerkun-gen, welche wir in dem Artike überdie edle tLmfalr vorgetragen, könnenhicher gezogen werden. Diese ganzeBetrachtung aber ist für de» deut-schen Künstler vorzüglich »othwendig,Ast « damit