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ratur, die jeder gute Stimmer ohneMühe treffen kann, ist bereits be-schrieben worden.*) Es bleibt alsohier nur übrig, daß wir ihre Vor-theile deutlich anzeigen. Das Haupt,verdienst derselben besieht darin, daßsie nicht willkürlich, wie so viel an-dere Temperaturen, einem Tone zumSchaden der andern, reine Intervallegicbr, sondern solche, die ein vielstim-miger Gesang natürlicher Weise her-vorbringt.
Wir haben kurz vorher angemerkt,daß, wenn mehrere Stimmen, oderInstrumente ohne alle Temperatur,jede für sich nach den rcinestenInter-vallen fortschreiten, bey ihrer Ver-einigung würklich Harmonien, oderAccorde entstehen; die in verschiede-nen Tonen verschiedentlich tcmperirtsind. Durch einerlei) Fortschreitungzweyer Stimmen entstehen bey ihrerVereinigung bald ganz reine, baldetwas erhohete große Terzen, und soauch bald ganz reine, bald etwasverminderte kleine Terzen. Diesesist so fühlbar, daß geübte Spielerans diesen so entstandenen Accordenden Ton erkennen, aus welchem einStük gesetzt ist, die Instrumente mö-gen höher, oder tiefer, als gewöhn-lich gestimmt scyn. Deutliche Bey-spiele von der Verschiedenheit derTerzen, die auf solche Weise entste-hen, hat Herr Kirnberger in seinemvorher angeführten Werke gegeben.
Hieraus folget nun, daß bey demreincsten Gesänge ein Gruudron an-dere große oder kleine Terzen habe,als ein anderer. Demnach wäre nichtdie Temperatur (wenn sie auch mög-lich wäre,) die beste, die jedem Toneseine reine große Terz in dem Ver-haltniß H, und seine reine kleine Terzin demVerhaltniß von 4 gäbe; weilin einigen Tönen solche Terzen würk-lich nicht statt haben, sondern beydem rcinesten und natürlichsten Ge-sänge zweyer Stimmen gegen cinan-") S. Stimmung.
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der, etwas höher, oder tiefer wer-den. Die Hauptsache bey Erfindungeiner wahren, in der Natur gegrün-deten Temperatur kam darauf an,jedem Tone solche Terzen zu geben,die nach der angeführten Bemerkung.,ihm natürlich sind. Daß dieses durchdie Kirubcrgerlsche Temperatur würk-lich geschehe, wird jeder, der imStand ist, Harmonien zu fühlen, vonselbst bemerken. Dieses ist der Grund,warum wir sie allen andern vorzie-hen , und für die einzige natürlicheTemperatur halten.
Wird eineOrgel, oder ein Claviernach dieser Temperatur gestimmt,welches ganz leicht ist, *) fo bekommtjeder Ton wegen der ihm eigenenAccorde seinen bcsondcrn Charakter,den er immer behauptet, man stimmedie Instrumente im Chor- oder Cam«»nerton, oder überhaupt höher odertiefer, als gewöhnlich. Die soge-nannten Kirchentöne sind nach dieserTemperatur die rcinesten; und vonden andern Tönen hat jeder seineArt, so daß ein geschikter Tonsetzerden Ton aussuchen kann, der sich inbesondern Fallen für seinen Ausdrukam besten schikct.**) Wer nicht ein-stehet, wie wichtig in gewissen Fal-len diese Wahl des Tones fty, derversuche den vortrefflichen Chor auLder Graunisch.n Oper Iphigenie»,lVIors, mors Iki^ems etc. in L dur,oder b' dur zu versetzen, und gebe beyder Aufführung desselben Acht, wie,sehr er seine Kraft in diesen Töne»verlieren wird.
Erwähnte Temperatur giebt dem-nach verschiedene Tonleitern, derenjede sich vorzüglich zu gewisse» Cha-rakteren des Ausdruks fthikct. Hie-be») wollen wir beylau ig anmerken,daß sowol das vis als (Iis dur nachdieser Stimmung gerade die diatoni-sche Tonleiter des Pythagoras ha-
Kk 4 den,.,
*) S. Stimmung.
") S. Ton. -