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4 (1794) [R - Z]
Entstehung
Seite
491
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so viel Bedeutung geben konnte, daßzu merken wäre, wenn ein Satz eineruhige oder unruhige, eine vergnüg-te oder verdrießliche, eine lebhafteoder matte Gemüthsfassung aus-drückte. Ein guter Tonsetzer konntedurch eine Folge solcher Satze langeFeit so phautasiren, daß man ihmmit Vergnügen zuhören und sich da-bei) vorstellen würde, man horteMenschen mit einander sprechen, de-ren Sprache zwar unbekannt, abernicht ganz unverständlich wäre; weildoch zu merken seyn würbe, wenn siesich erhitzen, oder ruhiger werden;wenn sie sich vergnügt, fröhlich, zärt-lich oder ungestüm ausdrüken. Alleindieses wäre nun kein Gesaug. Zudiesem wird nothwcndig Einheit, odervielmehr anhaltende Gleichartigkeitder Empfindung crfoderl*). Wodurchsoll nun diese erhalten werden? Noth-wendig durch Gleichförmigkeit derBewegung in dem Fortschreiten derTone. Es scheinet zwar, daß manauch ohne diese Gleichförmigkeit einelange Folge von Sätzen spielen konn-te, die einerlei) Empfindung, z. B.Fröhlichkeit, ausdrüktcn: man wirdaber bald finden, daß dieses Gefühlder Fröhlichkeit in jedem Satz docheinen veränderten Charakter anneh-men, folglich die Empfindung nichtsogleichartig bleiben würde, wie dasAnhalten derselben, das die wahreAbsicht des Gesanges ist, es erfodcrt.Dazu geHort nothwcndig eine rhyth-mische Fortschreitung, wie wir indem Artikel über den Rhythmus deut-lich gczeiget haben. Nun hat keinerhythmische Fortschreitung statt, alsdurch gleiche Schritte. Zum Gesän-ge wird also nothwcndig eine solcheFolge von Tonen erfodcrt, die sich ingleichlange Glieder eiutheile, damitdas Gehör die Einförmigkeit der Be-wegung, und durch diese das Gleich-artige der Empfindung fühle. Diese

glcichlangen Glieder aber müssenauch gleichförmig zusammengesetztseyn. Denn ohne diese Gleichförmig-keit würde das Gleichartige der Em-pfindung sich verlieren. Zwey Schrit-te könnten gleichlang seyn, und sehrungleichartig, oder von sehr verschie-denem Charakter. Wenn gleich fol-gende zwey Glieder

in gleicher Zeit gespielt würden, folg-lich gleichlang wären, so hätten siedoch die Gleichförmigkeit nicht, diezu der rhythmischen Fortschreitungerfodcrt wird; weil der eine Schrittaus drcy, (oder wenn man will, aussechs,) der andre aus vier Rükungcnbestünde, welches im Gehör sogleicheine Verwirrung verursachen würde,die das izur Empfindung des Rhyth-mus nothwendige Zählen der einzelnRükungcn, oder kleinen Zeiten, wor-aus ein Schritt besteht, unmöglichmachte. Dazu ist die Gleichheit derZeiten eines Schrittes nothwcndig.

Diese gleichlangen und gleichför-migen Glieder nun machen das aus,was man den Takt in der Musiknennt. Sein Wesen besteht also bar-in, daß er das Gehör reizcch in derFolge der Töne cinzele Fortrükungenvon bestimmter Art zu cntdeken, vondenen allemal eine gewisse bestimmteZahl ein einfaches Glied des Rhyth-mus, oder einen Schritt, den manauch Takt nennt, ausmacht. DerTakt hat, wie wir schon anderswogezeiget haben*), schon statt, wo nochkeine Verschiedenheit der höhern undtiefern, oder der geschwindern undlangsamem Töne vorkommt; noch,wendig aber werden dazu die Accente,weil ohne sie das Gehör keine Ver-anlassung hätte, die Folge von Tönen

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5) S. Gesang; Melodie; Musik:Rhythmus.

*) S. Rhythmus.