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gen zu schildern, an den Tag zu le-gen, als in der Sonate. Die Sym-phonie, die Ouvertüre, haben einennaher bestiminten Charakter; dieForm eines Conccrtes scheint mehrzur Absicht zu haben, einem gcschik-tcn Spieler Gelegenheit zu geben,sich in Begleitung vieler Instrumentehoten zu lassen, als zurEchilderungder Leidenschaften angewendet zu wer-den. Außer diesen und den Tänzen,die auch ihren eigenen Charakter ha-ben , giebt es in der Insirumental-inusik nur noch dieForm derSonate,die alle Charaktere und jeden Aus-drnk anninnnt. Der Tonsetzer kannHey einer Sonate die Absicht haben,in Tönen der Traurigkeit, des Iain-«ners, des Schmerzcns, oder derZärtlichkeit, oder des Vergnügensund der Frölichkcir ein Monolog aus-zudenken ; oder ein empfindsames Ge-spräch in blos leidenschaftlichen Tö-nen unter gleichen, oder von einanderabstechenden Charakteren zu unter-halten ; oder blos heftige, stürmende,oder contrastirende, oder leicht undsanft fortfließende ergötzende Ge-nmlhsbewcgungen zu schildern. Frey-lich haben die wenigsten Tonsetzcr beyVerfertigung der Sonaten solche Ab-sichten, und am wenigsten die Jta-liancr, und die, die sich nach ihnenbilden: ein Geräusch von willkühr-lich auf einander folgenden Tönen,ohne weitere Absicht , als das Ohrunempfindsamer Liebhaber zu vergnü-gen, phantastische plötzliche Uebcr-gänge vom Frvlichm zum Klagenden,vom Pathetischen zum Tändelnden,ohne daß man begreift, was der Ton-setzer damit haben will, charaftcri-siren die Sonaten der heutigen Italiä-ncr; und wenn die Ausführung der-selben die Einbildung einiger hitzigenKöpfe beschafftigct, so bleibt doch dasHerz und die Cmvfindnngen jedes Zu-hörers von Geschinak oder Kenntnißdabei) in völliger Ruhe.
Die Möglichkeit, Charakter undAusdruk in Sonaten zu bringen, be-weisen eine Menge leichter und schwe-rer Clavicrsonatcn unscrs Hambur-ger Äacks. Die mchrestcn derselbensind so sprechend, daß man nicht Tö-ne, sondern eine verständliche Spra-che zu vernehmen glaubt, die unsereEinbildung und Empfindungen inBewegung setzt, und unterhält. Esgehört unstreitig viel Genie, Wissen-schaft, und eine besonders leicht fäng-liche und harrende Empfiuddarkeitdazu, solche Sonaten zu machen.Sie verlangen aber auch einen ge-fühlvollen Vortrag. den kein Deutsch-Jtaliäner zu treffen im Stande ist,der aber oft von Kindern getroffenwird, die bey Zeiten an solche Sona-ten gewöhnt werden. Die Sonateneben dicsesVcrfassers von zwei) con-ccrtirenden Hauptsiimmen, die voneinem Baß begleitet werden, sindwahrhafte leidenschaftliche Tonge-spräche; wer dieses darin nicht znfühlen oder zu vernehmen glaubt, dcvbedenke, daß sie nicht allezeit so vor-getragen werden, wie sie sollten. Un-ter diesen zeichnet sich eine, die einsolches Gespräch zwischen einem Me-lancholicus und Sanguineus unter-hält, und in Nürnberg gestochen ist,so vorzüglich aus, und ist so vollerErfindung und Charakter, daß mansie für ein Meiftersiük der guten In-strumentalmusik halten kann. An-gehende Tonsetzer, die in Sonatenglüklich seyn wollen, müssen sich dieBachischen und andre ihnen ähn-liche zu Mustern nehmen.
Für Instrumentalsvicler sind So-naten die gewöhnlichsten und bestenHebungen; auch giebt es deren eineMenge leichter und schwerer für alleInstrumente. Sie haben in derEammermustk den ersten Rang nachden Singstüken, und kennen, weilsie nur einfach belebt sind, aw'l inder klcincffen musicalischen Gesell-schaft ohne viele Umstände vorgerea-D d 5 gen