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sind , von großer Wichtigkeit. Siesind es, die uns Kemttniß oes sitt-lichen Guten und Bösen geben, Nei-gung zu jenem, und Scheu vor diesemei np stanzen.
Jenes gedankenlose Gefühl liegtblos in der thicrischen Natur, bezie-het sich nur auf körperliche Bedürf-nisse, und ist deswegen kein Gegen-stand der schönen Künste. Für dieErhaltung, Vervollkommnung undFortpflanzung der animalischen Na-tur ist ohne unser Nachdenken gcsor-gel; aber die allmählige Erhebungdes sittlichen Menschen, die Ausbrei-tung und Fortpflanzung des höherensittlichen Lebens, ist der ruhmlichenBemühung edlerer Seelen überlassen.Diese machen die Seele für das sitt-liche Gute empfindsam, wie die Na-tur dem Körper für das physischeGuteein Gefühl gegeben hat. Und dar-in besteht der höchste und edelsteZwek der schönen Künste. Sic rei-zen die Empfindung zwar vermittelstder äußern Sinnen, aber nicht durchblos finnliche Gegenstände. Sie le-gen der Vorstellungskraft Gegenstän-de der klaren Erkenntlich vor, und indiese legen sie den Reiz zn angench-menund widrigen Empfindungen, da-mit der nicht blos thicrische, sondernvernünftige Mensch das Gute undBöse kennen, jenes suchen und diesesvermeiden lerne.
Dieses ist nun alles, was derKunstler von der Theorie des Sinn-lichen zu wissen nöchig hat. Nunkommen wir auf die Anwendung des-selben.
Hier würde mm zuerst anzumer-ken ftyü, mit welcher Sorgfalt derKünstler sich des Sinnlichen bedienenmüsse, um das Angenehme und Un-angenehme, womit es insgemein be-gleitet ist, nicht am unrechten Ortanzubringen! davon aber ist bereitsan so viel Stellen dieses Werks undso hinlänglich gesprochen worden, daßWir diesen Punkt hier übergehen kön-
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neu. Es bleibet uns also nur nochübrig zu zeigen: r. Wie in redendenKünsten dem blos Erkcnnlichen dasKleid der Sinnlichkeit anzuziehen sey;und z. wie sowol diese, als alle an-dre schöne Künste dem, was nurschwach sinnlich ist, mehr Sinnlich,keit geben können.
i.-Die redende Künste sind Nichtbestimmt, neue Wahrheiten zu erfor.scheu; dies ist das Amt der Philoso-phie; aber jede nützliche Wahrheitfaßlich und mit eindringender Kraftbegleitet vorzutragen und weiter aus-zubreiten, als diePhilosophie es ver-mag, dieses ist eine von ihren Ver-richtungen. Dazu aber müssen sienothwcndig einen finnlichen Ausdrukbrauchen. Er besteht darin, daß fürjeden nicht sinnlichen Hauptbegriff einWort gewählt werde, das einen sehrklaren und leicht faßlichen Begriff er-weket, vermittelst dessen durch irgendeinen leichten Tropus jener schwerereBegriff sehr klar und faßlich werde.Ein solcher Ausdruk wäre esl, wennstatt des philosophischen WortcsVor«sebung, wo dieses nicht schon unmit-telbar in der populären Sprache einenklaren Begriff crwekt, der Ausdrukväterliche Regierung Sorces ge-braucht würde; ingleichen sehenanstatt erkennen; fühlen, anstattüberzeugt sepn u. d. gl. Hieher ge-hören alle Metaphern, Bilder, Gleich-nisse, Vcrqleichungcn! kurz, alle Ar-ten des Ausdruks, wodurch das an-schauende Erkennen befördert wird.Es ist aber beyin Gebrauche diesersinnlichen Sprache höchst nöthig, daßman beständige Rülsicht auf ihrenZwek habe, und diesem zufolge dasBekannte und Leichtfühlbare dem Un-bekannteren und schwerer Fühlbarenvorziehe. Denn nicht jede durch dieäußern Sinnen, oder durch unmittel-bar inneres Empfinden erwette Vor-stellung ist klar. Die zirkelrunde Fi-gur faßt jedes Auge weit leichter,als die parabolische, oder hyperboli.
sehe;