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4 (1794) [R - Z]
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410
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4io Sin Sin

tung und des speculativen Denkens daß die Gegenstände, die sie uns vor«

gcrärh. halren, sinnliche Gegenstande ftyn

Dieses aber hängt nicht allemal müssen, und daß derZwek desto sichc-

hlos von der Beschaffenheit des Ge- rer erreicht werde, je mehr Sinnlich-

gcnstandes, sondern gar oft von un- keit sie haben,

fcrcr Sinnesart ab. So ist der Die zeichnenden Künste und die

Grundriß eines großen Gebäudes für Musik können keinen andern, als sinn-

cincn, der die Baukunst versteht, ei- Iichctt Stoff bearbeiten; man braucht

ne geometrische Figur für einen Ma- also den Künstlern in diesen Gattun«

thewatikcr, zwar im allgemeinen gen nicht wie den Rednern und Dich-

Sinn em sinnlicher Gegenstand; tern zu sagen, sie sollen suchen sinn-

aber er lokr ihn sogleich auf ftincna« lieh zu ftyn. Aber dieses müssen sie

here Betrachtung und Erforschung wissen, wie ein an sich nur schlecht«

des Einzeln darin; dadurch Hort er weg sinnlicher Gegenstand vorzüglich,

auf sinnlich zu ftyn. oder stark sinnlich werde. Die re-

LLrkennlicb oder fpeculativ ist je- dcnden Künste können sowol stnnli-

der Gegenstand, den man ohne gc- chen als erkennlichen Stoff bear-

naues Bemerken und Erforschen sei- beiten. Da ist also nothig zu wissen,

ver Beschaffenheit nicht erkennen, oder wie dem nicht sinnlichen StoffSinn-

im Geiste gegenwärtig haben kann, lichkeit zu geben, und wie sie den

Bon dieser Art ist jeder deutliche Be> schwach sinnlichen noch mehr sinnlich

griff; weil man ihn gar nicht faßt, zu machen haben,

wenn man nicht seine Beschaffenheit, Wir müssen aber, che wir uns

oder das Einzcle, was in ihm liegt, hierüber einlassen, nothwendig wie-

durch genaues Beobachten und Nach- derholen, daß man auch sinnlich dcn-

denken bemerket. Vorzüglich rech- ken, oder erkennen, und denkend ciii-

ven wir zum Erkennlichen die Gegen- pfindcn könne. Jenes geschieht, wenn

stände, die man zwar ohne Nachdem man beym Denken, bey blos klaren

ken sich vorstellen kann, die aber so- Begriffen stehen bleibet; dieses, wenn

gleich die Vorstellungskraft zu einer man von blos sinnlichen Vorstcllun«

nahercnBerrachtungundErfo! schung gen so schwache Empfindungen be-

ihrcrBcschaffeuhcit reizen. Die Ge- kommt, daß man nicht gereich wird

gcnsiande, deren Gegenwart im Gei- ihnen nachzuhängen, sondern sich der

sie, wenn man sie nicht näher kcünt, Betrachtung der Gegenstände, wo,

gar nichts merkliches in uns wurkcn, durch sie verursachet worden, über-

und weder zum Denken, noch zum läßt. Jenes sinnliche Denken müs-

Empfindcn reizen, kommen hier als ftn wir gegen das speculative Den-

völlig gleichgültige Dinge gar nicht ken, und dieses denkende Empfinden

in Betrachtung. gegen das volle Gefühl der Empfin-

Nach diesen vorlaufigen Erläute- dnng halten, um d-eVerschiedenheit

rungen kommen wir nun näher zum der Wartung, die jedes auf uns hat,

eigentlichen Inhalt dieses Artikels, genau zu beobachten.

Die schönen Künste haben nicht den " Sinnliche Begriffe werden ohne

Zwek uns zn unterrichten, sondern großes Nachdenken erlanget. Es

uns zu rühren, oder in Empfindung wird dazu blos so viel Aufmerksam-

zu sehen. Auch da, wo sie etwa in keit crfovert, daß man Dinge, die

bcsonvern Fällen emen unterrichten- würklich verschieden sind, oder vcr-

den.Stoff dearbcitcn, thun sie es so, schieden in die Sinnen fallen, von

daß der Unterricht mit Empfindung einander unterscheide, wozu der ge-

verbundeu ist. Daraus folget also, ringste Grad des Nachdenkens hin-länglich