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Wenn man sagt, daß die Satirebey den Römern aufgekommen sei),so muß man es nur von der bcson-dcrn Art verstellen, welche die Satirein einem kleinen Gedichte, das einemoralische, bald lehrende, bald stra-fende Rede über dicSitten der Men-schen in Versen ist. behandelt. DennAnstophanes war unstreitig ein Sa-tiriker. Die sehr verdorbenen Sit-ten der Romer unter den Casarn ha-ben drey vortreffliche Dichter in die-se? Gattung hervorgebracht. Horazist mehr zum Lachen über Thorhci-len- als zu ernsthafternAngriffcn derverderblichen Laster geneigt. Iuve-i.alis ist strenger, zieht scharfer aufdie verderbliche Unsittliehkeit seinerZelt los, und weiß sowol Unwillen»als Spott und Lachen zu crweken.Persius fällt schon etwas ins Wei-nerliche, straft und lehrt mit stoi-schem Ernst.
Ich habe nicht Lust, diesen Artikelmit Anführung und Beurthcilung al-ler satirischen Dichten der neuern Zei-ten zu verlängern. Wer sie nichtkennet, mag den sechsten Thcil derBriefe zur Bildung des Gefchmaksan einen jungen Herrn von Stande,darüber nachlesen. Wir sind in die-sem Stükc etwas hinter den anderngelehrten europäischen Nationen zu-rüke. Von unfern Dichtern sindCaniz und Haller die einzigen, diesich in der romischen Satire hervor-gerhan haben. Liscov, Rost undMabener, öornehmlich der erste, ha-ben wahre satirische Talente gezeigt.Aber sie haben sich mcistcntheils anThorheitcn von niedriger Gattunggehalten. Ware Liscov dreyßig Jahrespater aufgetreten, so würde er, al-lem Ansehen nach, dem guten Gc-schmak durch scmc Satirc weit wich-tigere Dienste geleistet haben. Viel-leicht erweket ein guter Genius auchtinter uns bald einige satirische Ko-pfe, die der Nation ihre wichtigereLhorheikcn, Vorurcheile und unsitt-
liche Arten zu handeln auf eine kraf-tig beschämende Weise vorhalten wer-den. An einzeln Spuren, daß mDeutschland Köpfe, die der Sachegewachsen mären, bereits vorhandensind, fehlet es nicht.
Von dem Ursprünge und Alterchum
der Satire überhaupt: Joh. Duck.Menke (visserrar. cie verullilstmo, ccspeist omnium scraium gentcz receprolar^racum ulu, in seinen visl'ecrsc.licrcrsr. lchll. 17Z4.8. dicisteS. 154u. f.)-—> Von der Satire überhaupt:Fr. ^koborrelli ( llxplicsciv eocnmomnium, guae zststsr^ram perrinenc,bei) s. In l.idi. ünllvr. stc lloec, Lxpli»csr. Flor. 1548. Bas. 15;;. 5. vorzüglichvon der Aorazischen Satirc.) >—. Lrc.Sanfovino (Vilcvrtu sopra la msre.ria stelia Lsiira, vor den 8scice csc-colce stal Zsniuvinn, Ven. 156z. z.) —.ällud. Palermo (Ein Brief bey den Sa»riee ste' Vinguc poeri iiluiici, Vin,1565. 11. stvve tl . . . s'inicgiisnvs!cun> svverciiriLiiri necessarf iiicornciall» scrivece stelle musterne iarire.) —»Jean Vauquelin Oe la Lresnape( Vitevurs lue la Lsryce, vor seinenSatiren, in der Sanimlung seiner Ge-dichte, Cacn 160;. 10. Enthält Vor-schriften wie die -Satire abzufassen ist.Der Verf. will, guon §'7 sdstiennsstc stiilamer pccsvnne cc> psrcicu'lier.er gu'on ne lc lieeneie psr vengesncec>u surcemenc ^ taste stez veca pleiusste mcstitance, st'inzure, erste men-rcric, reis gnc svnc Ie5 Logs-sl s-ne, lesguels prirenr piest er lucccste»renc aux K^Ivancei ste noz l'oerc»Wailons er lstnveiiceaux.)— Andredu Chesne (ve III narnre, c>ci»iiie ecexeellence stesZsr^rez vor seiner llebcrs.des Juvenal, Par. >607. n. Sehr unbe-deutend) — Den. Lhalline (Oiic. st«ia Ssrste ... vor s. llebcrs. des Juve-nal, Par.165z.1z. Enthält Vorschrif-ten, aber äußerst weitschweifig und schlechtvorgetragen.) --- Joach. Feller (vis-
terrae.