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Aus den Memoiren des Herrn von Schnabelewopsky
Entstehung
Seite
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über sein fröhliches Leben, seinen lachend unchristlichen Wandel, seine Trunk-liebe, seine ungeregelte Wirtschaft und seine verstockte Lustigkeit, da hat Janihm zwei Stunden lang ganz ruhig zugehört, und er verriet nicht die mindesteUngeduld über die lange Strafpredigt, und nur einmal unterbrach er sie mitden Worten:Ja, Domine, die Beleuchtung wäre dann viel besser, ja ich bitteEuch, Domine, dreht Euren Stuhl ein klein wenig dem Kamme zu, damit dieFlamme ihren roten Schein über Eit r ganzes Gesicht wirft und der übrige Körperim Schatten bleibt -

Der Domine stand wütend auf und ging davon. Jan aber griff sogleichnach der Palette und malte den alten strengen Herren ganz, wie er ihm in jenerStrafpredigtpositur, ohne es zu ahnen, Modell gesessen. Das Bild ist vortreff-lich und hing in meinem Schlafzimmer zu Leiden.

Nachdem ich in Holland so viele Bilder von Jan Steen gesehen, ist mir,als kennte ich das ganze Leben des Mannes. Ja, ich kenne seine sämtliche Sipp-schaft, seine Frau, seine Kinder, seine Mutter, alle seine Vettern, seine Haus-feinde und sonstige Angehörigen, ja, ich kenne sie von Angesicht zu Angesicht.Grüßen uns doch diese Gesichter aus allen seinen Gemälden hervor, und eineSammlung derselben wäre eine Biographie des Malers. Er hat oft mit einemeinzigen Pinselstrich die tiefsten Geheimnisse seiner Seele darin eingezeichnet.So glaube ich, seine Frau hat ihm allzuoft Vorwürfe gemacht über sein vielesTrinken. Denn auf dem Gemälde, welches das Bohnenfest vorstellt, und woJan mit seiner ganzen Familie zu Tische sitzt, da sehen wir seine Frau miteinem gar großen Weinkrug in der Hand, und ihre Augen leuchten wie die einerBacchantin. Ich bin aber überzeugt, die gute Frau hat nie zu viel Wein genossenund der Schalk hat uns weismachen wollen, nicht er, sondern seine Frau liebeden Trunk. Deshalb lacht er desto vergnügter aus dem Bilde hervor. Er istglücklich: er sitzt in der Mitte der Seinigen; sein Söhnchen ist Bohnenkönigund steht mit der Krone von Flittergold auf einem Stuhle; seine alte Mutter,in ihren Gesichts falten das seligste Schmunzeln, trägt das jüngste Enkelchen aufdem Arm; die Musikanten spielen ihre närrisch lustigsten Hopsamelodien, unddie sparsam bedächtige, ökonomisch schmollende Hausfrau ist bei der ganzenNachwelt in den Verdacht hineingemalt, als sei sie besoffen.

Wie oft, in meiner Wohnung zu Leiden, konnte ich mich ganze Stunden

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