sogar korpulent, mitunter reizend schön und im Durchschnitt von einer gewissenwohlhabenden Sinnlichkeit, die mir beileibe nicht mißfiel. Wenn sie in derromantischen Liebe sich nicht allzu schwärmerisch zeigen und von der großenLeidenschaft des Herzens wenig ahnen, so ist das nicht ihre Schuld, sondern dieSchuld Amors, des kleineyi Gottes, der manchmal die schärfsten Liebespfeileauf seinen Bogen legt, aber aus Schalkheit oder Ungeschick viel zu tief schießtund statt des Herzens der Hamburgerinnen nur ihren Magen zu treffen pflegt.Was die Männer betrifft, so sah ich meistens untersetzte Gestalten, verständige,kalte Augen, kurze Stirn, nachlässig herabhängende, rote Wangen, die Eßwerk-zeuge besonders ausgebildet, der Hut wie festgenagelt auf dem Kopfe und dieHände in beiden Hosentaschen wie einer, der eben fragen will: was hob ’ ichzu bezahlen?
Zu den Merkwürdigkeiten der Stadt gehören: i) Das alte Rathaus, wo diegroßen Hamburger Bankiers, aus Stein gemeißelt und mit Zepter und Reichs-apfel in Händen, abkonterfeit stehen. 2) Die Börse, wo sich täglich die SöhneHammonias versammeln wie einst die Römer auf dem Forum, und wo überihren Häuptern eine schwarze Ehrentafel hängt mit den Namen ausgezeichneterMitbürger . 3) Die schöne Marianne, ein außerordentlich schönes Frauen-