Z68 Vr. Gg. Schmidt, Das Geschlecht von^Bismarck
heiß geliebte Tote, der seit Jahren nicht mehr in ihrer Mitte geweilt,die zeitliche Ruhe dort finden werde, wo sein Gestirn sich einst soglänzend erhob, und daß Schönhausen mit dem deutschen National-heiligtum zu einem Wallfahrtsort von Tausenden und Abertausendenemporsteigen werde. Aber wenn auch Bismarcks sterbliche Hülleunter den Eichen des Sachsenwaldes gebettet liegt, sein Name ist mitSchönhausen auf ewig verbunden, nicht nur in den Büchern der Ge-schichte, sondern auch in dem Herzen seines Volkes.
Doch neben dem schlichten Geburtshause des großen Kanzlersenthält der Ort noch einen Schatz, welcher seine Anziehungskraft aufdie weitesten Kreise ausübt, nämlich das Bismarckmuseum, welchesim Herrenhause von Schönhausen II seinen Platz gefunden hat, ein in derWelt einzig dastehendes Denkmal der Verehrung und der Dankbarkeit,welche Deutschlands größtem Sohne von den Mächtigen auf Erdenwie von den Kindern des schlichten Volkes entgegengebracht ist. Wirsehen hier die Ölbilder der Potentaten Europas, den SiegelringKaiser Wilhelms I., den Stuhl, auf welchem Napoleon III. bei Don-cherry gesessen, das Tintenfaß, das Bazaine während der Belagerungvon Metz benutzte, die Feder, mit welcher die Unabhängigkeit Amerikas unddie Feder, mit welcher 10 . Mai 1871 der Frankfurter Frieden im Hotelzum Schwan unterzeichnet wurden, einen gekrönten Säbel von auffallenderSchönheit mit Goldeinlagen und Elfenbeingriff, ein Geschenk desFürsten von Sansibar, den Bleistiftträger Kaiser Wilhelms I., einGeschenk der Kaiserin Augusta, viele Hunderte von Ehrenbürgerbriefen,von denen jeder einzelne ein Meisterstück der Kunst und des Gewerb-fleißes, Geschenke von Künstlern (Malkasten in Düsseldorf) und Gelehrten,von der deutschen Studentenschaft (Kredenztisch) und allerlei Meister-stücke sowohl der Großindustrie (Lauchhammer) als auch aus der Werk-stätte einfacher Professioniften (die belgischen Schmiede). Die Sprachenaller Kulturvölker der Erde haben sich hier zum Lob und Preis desgroßen Kanzlers vereinigt. Ein Prachtwerk, bei Pauli in Berlin er-schienen, bietet auf 50 Tafeln die hervorragendsten Gegenstände in mehrals 400 Abbildungen dar (Stöcke, Pfeifen usw.).
Es wird oftmals bedauert, daß die Freunde des Vaterlandes unddie Verehrer von dem großen Baumeister des Deutschen Reiches ver-