:;54 1>v. Gc,. Schmidt, Das Geschlecht von Bismarck
Elbe, bis die Deutschen, vom Ideal des Christentums getragen, denSieg errangen, indem Albrecht der Bär die Hauptstütze des Wenden-tums eroberte und das Land östlich der Elbe seiner Botmäßigkeit unter-warf. Er lud zur Entwässerung von Sümpfen, zur Eindeichung derStröme und zur Bevölkerung der durch die langjährigen Kriege vonEinwohnern entblößten Länder Holländer und Flämen, welche damalsdurch die Überschwemmungen stark bedrängt waren, in seine Staatenein. Die Holländer ließen sich an der Elbe nieder, machten dieNiederungen urbar und sicherten sie durch Eindeichung gegen Über-schwemmungen. Die Steine der Kirche zu Schönhausen tragen nieder-ländisches Gepräge. Diese selbst ist dem heiligen Willibrod, demNationalheiligen Hollands, geweiht. Vielleicht ist die erste Gründung desDorfes auf jene Zeit zurückzuführen, denn die auf „Hausen" sich endendenNamen setzen einen wirklichen Bau, ein bleibendes Obdach voraus, auchgehören nach allgemeiner Annahme die im nördlichen Deutschland viel-fach vorkommenden Orte init der Schlußsilbe „Hausen" einer jüngernSiedelungsperiode an. Bischof Sigebod, einer der ersten geistlichenOberhirten des Havelberger Sprengels, welche sich die Befestigung desChristentums im Volke lebhaft angelegen sein ließen, erbaute im An-fang seines Episkopates das Gotteshaus zu Schönhausen, die größte,schönste und vollständigste Dorfkirche der ganzen Gegend, mit einerdreischifsigen Basilika und einem breiten turmnrtigen Querbau. Beieiner Renovierung des Altars 1712 wurde die Stiftungsurkundefolgenden Inhalts aufgefunden: „Am Tage des h. Willibrord (7. 11.)
1212 ist die Kirche in Skonehusen zu Ehren der heiligen Mutter-Gottes Maria und des heil. Willebrord von dem ehrwürdigen BischofSigebodo von Havelberg geweiht worden. In dem Hauptaltar sinddie Reliquien von den Thebäischen Märtyrern, dem heil. Sebastian,dem Bischof Constantius, dem Äbt Egidius, dem Märtyrer Albanus,dem Bekenner Willibrord und den andern Märtyrern und Bekennen:enthalten." Während Willibrord auf die holländischen Kolonisten hin-weist, bieten die Thebäischen Märtyrer einen Fingerzeig aus das Prä-monstratenserstift in dem benachbarten Jerichow, da Norbert die Gebeineseines Schutzheiligen, des heiligen Viktor, eines dieser Märtyrer, vonkanten nach Magdeburg überführt hatte. Bei der Urkunde befanden