Nr. (>Ui. Ichmidl, Dos Geschlecht von Bismarck
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sonders der den Gelegenheiten hervor, wo es galt, über mißverstandenePläne des Verstorbenen Aufschluß zu geben, um einer geschichtlich un-richtigen Legendenbildung vorzubengen.
Seine amtliche Karriere durchlief er außerordentlich schnell. Erwurde 1882 Botschaftsrat in London, 1884 Gesandter im Haag, 1885llnterstaatssekretär, 1886 Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amte,endlich 28. April 1888 Staatsminister und Mitglied des Staats-ministeriums; selten war ein Mann so von Jugend auf in höfischenpersönlichen Beziehungen zur Diplomatie ausgewachsen wie er,und so besaß er schon in jungen Jahren eine Routine und eine Kenntnisnächtigster persönlicher Verhältnisse der internationalen diplomatischenGesellschaft, wie andere von Haus aus weniger Begünstigte erst durchlangen Dienst sich erwerben.
Als Staatssekretär behandelte er vor allein die Kolonialangelegen-heiten, und so ist sein Name mit den Anfängen der deutschen Kolonial-bewegung aufs engste verbunden. Nach der Entlassung seines Vatersbat auch er um seinen Abschied. Der Kaiser schied von ihm äußerlichin aller Freundschaft, und es trat nach dem Tode des Altreichskanzlersdas Gerücht aus, daß er wieder in den diplomatischen Dienst eintretenwerde. Aber er widmete sich vielmehr der Verwaltung des GutesSchönhausen und siedelte nach dem Tode des Vaters 30. Juli 1898nach Friedrichsruh über, wo er seitdem lebte. Nur als Reichstags-abgeordneter seit 1893, wie er schon 1881—1886 im Reichstag den Wahl-kreis Lauenburg vertreten hatte, trat er manchmal in die Öffentlichkeit.Seine Redens) erinnern in ihrer Schlagfertigkeit und unbekümmertenRücksichtslosigkeit au die Reden seines Vaters in den fünfziger Jahren.16. Februar 1899 trat er in das Herrenhaus ein. Auch gehörte erder Armee als General ä In suite mit der Uniform des 1. Garde-dragouerregiments an.
Das offizielle Organ des Hauptvereins der deutschen Konservativenlegte aus seinen Sarg folgenden Nachruf nieder: „Wir betrauern in demHeimgegangenen nicht nur den Sohn des großen eisernen Kanzlers,sondern auch dessen Mitarbeiter an der nationalen Größe unseres
.cäemusftkftebc» von Johannes Pcnzler, Berlin und ZinUgarl I8!Vl.