Druckschrift 
Das Geschlecht von Bismarck
Entstehung
Seite
27
Einzelbild herunterladen
 

4. Die Genealogie des Geschlechts

27

er bei einer Gesandtschaft nach Rom vom Papste zum Bischof (tupartibus intiäeliuw) von Sarepta ernannt. Nach dem Tode des Bischofsvon Brandenburg, am 29. Juli 1347, ging er an den Hof des KönigsKarl, der ihm 1353 das Bistum Minden verlieh. Auch wurde er zurWürde eines Wisherader Propstes und obersten Kanzlers von Böhmenbefördert. Er verblieb aber als Diplomat, Feldherr und Finanzmannain kaiserlichen Hofe. Bei Erledigung des erzbischöflichen Stuhles zuMagdeburg empfing er vom Papste mit dem Pallium die erzbischöflicheWürde. Um seine Anerkennung beim Hochstift erwarb sich sein NeffeKlaus, welcher durch den Besitz von Burgstall Grenznachbar desErzstiftes geworden war, besondere Verdienste.

Als erzbischöflicher Stiftshauptmann — in Magdeburger Urkundenam 5. August 1363, 9. Oktober und 11. Dezember 1364, 15. Juli,7. August und 8. September 1366, 28. Februar, 13. Mai und3. August 1367 genannt — verbesserte Klaus mit seinem Onkel zu einerZeit, wo die brandenburgischen Urkunden nur von Veräußerung oderVerpfändung der markgräflichen Einnahmequellen handeln, durch Rück-kauf verpfändeter Güter, durch strenge Kontrolle und durch Überwachungder Einnahmen die Besitzungen des Erzstiftes in großartiger Weise.Ebenso suchte er das Fehdewesen und den damit verbundenen Unfugeinzuschränken und zu beseitigen. Im unglücklichen Zuge des Erzstistes(im Bündnis mit dem Herzog Magnus von Braunschweig, dein Bischofvon Halberstadt, dem Grafen von Anhalt und anderen Herren) gegenden Bischof von Hildesheim fiel er mit dem andern Hauptmann desErzstistes, Meinecke v. Schierstedt, und 76 rittermäßigen Mannen alsGefangener in die Hände des Siegers. Die beiden Hauptleute mußtensich mit schwerem Lösegelde loskaufen. Der Erzbischof starb 21. Juli 1367.Sein Grab, welches im Dome zu Magdeburg aufgedeckt worden ist,zeigte den im Skelett wohlerhaltenen Leichnam mit einem Bleitäfelchenauf der Brust, welches die Worte Tbooäoiieus ^.robiepisoopus mitSicherheit erkennen ließ. Er war nicht von höfischer Geburt, sondernwurde 1360 vom Kaiser nobilitiert, während allerdings 1344 einKnappe, Heinrich v. Portitz, als Edelmann angesehen wurde. NachBeckmann's Beschreibung der Mark Brandenburg wurde ihm im altenGewandhaus der Gilde zu Stendal ein Denkmal mit einer Weberspule