1. Der Ursprung des Geschlechts
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v. Sanne, v. Jerichov, welche als Mitglieder des Rates und desSchöffenkollegiums auftreten, lassen sich Glieder in ritterlichen Ver-hältnissen Nachweisen, während Riedel in dem Wörtchen „von" eineHindeutung auf die alte Heimat erblickt, welche Leute aus allerleiStänden verließen, um an den reichen, der Stadt Stendal gewährtenPrivilegien teilzunehmen.
Der erste städtische Schultheißen, welchen Albrecht der Bär bei Ver-leihung des Stadtrechtes an das bisherige Dorf belehnte, war einMinisteriale. 1279 war ein Bürger Herbord Schultheiß der Stadt.Bei diesem seltenen Vornamen liegt es nahe, in ihm Herbordv. Bismarck zu erblicken, welcher 1270 als Aldermann der Gewand-schneidergilde urkundlich auftritt. Auch die Schultheißen Heinrichv. Tangermünde (1299 und 1301) und Heinrich v. Schäplitz sind nachGötze Ministerialgeschlechtern zuzurechnen.
Waren die Schultheißen ritterbürtige Mannen, warum sollten dieSchöffen nicht auch dem Ritterstande angehören können, und wer standdiesem Amte näher als die bereits in Stendal seßhaften Burgmännerder Burg, unter deren Schutze die neue Stadtgemeinde gegründet wurdeund mindestens 70 Jahre verblieb, bis sie in kräftiger Entwicklung sichselbst zu schützen vermochte. Stendal hatte 1151 Stadtrechte empfangen;das erste Verzeichnis der zur Hälfte nur mit dem Vornamen genanntenRatmänner datiert von 1233. Von 1272 an folgen die Register inkürzeren Pausen. Die nähere Kenntnis der Verhältnisse beginnt alsohier zu einer Zeit, wo das Zunftwesen sich so entwickelte, daß schon1285 die Handwerker gegen die Mitglieder der alten Stadtgilde, dieGroßbürger, burxonses majores, in feindlichen Gegensatz traten. DieseGilde wurde schon damals als die der Gewandschneider bezeichnet. DieGewandschneider waren eine Brüderschaft, welche am 15. Mai 1321 zumausschließlichen Betriebe der Kaufmannschaft oder des Großhandels undbesonders des Gewandschnittes, d. h. des Handels mit Tuchen undWollwaren, landesherrlich privilegiert war. Ihre Bedeutung wird da-durch gekennzeichnet, daß schon im 14. Jahrhundert als eine Gruppeder Gewandschneidergilde eine eigene Seefahrergilde in Stendal bestand.Außer dein Altmeister und dem Aldermanne gehörten zu dem Gilde-vorstande auch wohl noch zwei bis vier jüngere Genossen als Ministranten,