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Die Constitution des Erdkörpers und die Bildung seiner Rinde
Entstehung
Seite
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dieser Schreckensnacht erhob sich ein Landstrich von 4 Quadrat-mcilen Fläche blasenartig empor. An den Rändern gewahrt manden Durchbruch der Stcinschichtcn; sie sind gegen 49' cmporgctric-ben, und von hier bis gegen der Mitte ist die Fläche gegen 5l)9'hoch gehoben worden. Augenzeugen dieser furchtbaren Catastropheversichern, daß auf einem Bereich von einer halben Quadratmeileüberall Flammen hervorbrachen; Felsentrümmcr wurden auf eineungeheuere Höhe cmporgeschleudcrt. Die beiden Flüsse Cuitimbaund San Pedro ergossen ihre Wasser in die feurigen Schluchten.Tausende von kleinen Kegeln, von 6' bis 10' Höhe, stiegen alsFumarolen aus dem Boden empor. Als v. Humboldt im Jahre1893 die Gegend besuchte, zeigten die aus diesen Fumarolen auf-steigenden Dämpfe noch immer eine Temperatur von 93" L., undim Innern hörte man ein Geräusch, wie von siedendem Wasser.In der Mitte dieser Oefcn hbornilos) sind mehrere hohe Erdhau-fen aufgeworfen, und unter diesen hebt sich der eigentliche Vulcan1699' hoch über die umliegende Ebene empor. Die großen Erup-tionen desselben dauerten bis gegen die Mitte des Februars 1769,und wurden in den folgenden Jahren allmächtig seltener. Währendder Haupt-Ausbrüche siel in Entfernungen von 48 Meilen nochviele Asche nieder. Die Quellen der beiden genannten Flüsse sindversiegt; dagegen sind westlicher in dem aufgetriebenen Boden zweineue Quellen entstanden, deren Wasser eine Temperatur von 52",/ L.zeigte, v. Humboldt fand die Luft-Temperatur auf der emporgehobenen Ebene, entfernt vom Boden, noch 43" L., in derTiefe des Kraters 59 bis 69" L. Die Hitze stieg in manchenRissen bis auf 85" L. Der Vulcan hat ungeheuere Massen vonschlackichter und basaltischer Lava, welche Trümmer von primitivenFclsartcn enthalten, ausgeworfen. Die Gestalt der ganzen Gegendist durch seinen Ausbruch meilenweit vollkommen geändert.

Znsatz IS (zu S. 74).

Es ist keine Thatsache bekannt, wodurch eine merkliche Abküh-lung des Erdkörpers im Verlaufe der geschichtlichen Zeit in sichererWeise constatirt würde.

Die ältesten Nachrichten über die Vegetation hat uns die Bi-bel überliefert, und beziehen sich also auf Unter-Aegypten und Pa-lästina. Diesen Nachrichten zufolge wurde in Palästina zu den Zei-ten Mosis Weinbau im Großen getrieben, und Jericho hieß diePalmcnstadt. Nun bildet aber der Wcinstock auf der einen, unddie Dattelpalme auf der andern Seite eine ziemlich scharf ab-geschnittene Vcgetationsgrcnze, die eine mittlere Jahrestemperaturvon 17'// U- voraussetzt. Diese Vegetationsgrcnze ist, wie esscheint, heute noch dieselbe, die sie vor 3599 Jahren war; Aegyp-ten ist auch heute kein eigentliches Weinland, und über die nörd-liche Grenze von Palästina hinaus wachsen keine Palmen. Daßsich also die mittlere Temperatur jener Gegenden um keinen gan-