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ist, daß diese Rechnung auf sehr unsichcrn Elementen beruht: sokann sie doch nachweisen, daß in unfern Jahrhunderten die Abküh-lung der Erde nur sehr gering sein kann. Auch La place hatdie Wärme-Abnahme der Erde, der Rechnung unterworfen. Erfindet, daß wenn die mittlere Erdwä'rme um 1° 6. abnimmt, dieTageslänge um 1",73 abnehmen müsse. Nun hat aber nach sei-nen Untersuchungen, seit Hipparchs Zeiten die Tagcslänqe nichtum '/lg,, Decimal-Secunde abgenommen, woraus folgt, daß diemittlere Erdwärmc seit jenen Zeiten nicht im kann abgenommen
haben. Durch eine anderweitige Rechnung sucht Laplacc nachzu-weisen, daß durch eine tausendjährige Abkühlung der Erde bei ihremjetzigen Wärmeznstande die Tagcslänge nur um Sccunde hat ab-nehmen können, welches einer Wärme-Abnahme von entspricht.
Es ist wohl zu beachten, daß solche Rechnungen sich immerauf eine mittlere Wä'rmeabnahme der ganzen Erdkugel bezichen.Es könnte also wohl der Fall sein, daß die Erdrinde im All-gemeinen mehrere Grade Wärme einbüßte, während der Erdkernsehr wenig Wärme verlöre; oder auch sogar, daß die Erdrinde inverschiedenen Polhöhen ungleich erkaltete. In der That scheint die heißeund gemäßigte Zone seit Äl)l> Jahren nicht merklich an Wärme ver-loren zu haben. Die Vcgetationsgrcnzen der Cerealicn, des Weinesund der Datteln scheinen seit der historischen Zeit keine wesentlicheVeränderung erlitten zu haben. Sind also wirklich merkliche Ver-änderungen in der Bodentempcratnr in unfern Zeiten eingetreten;so müssen solche ausschließlich den höhern Breitengraden angehören.
Wir erkennen hieraus, daß, so wie alles in der Welt im be-ständigen Werden begriffen ist, auch unsere Erde von diesem allge-meinen Gesetze der Dinge ke'nc Ausnahme macht. Wenn uns dieVeränderungen nicht augenfällig entgegen treten; so rührt das daher,daß unser Leben und die Geschichte der Menschheit nur eine SpanneZeit bedeuten, im Vergleich mit den Bildungsperioden des Erdkörpers/)
Bemerkung. Die drei Theile der vorstehenden Abhandlung sindin drei verschiedene» Sitzungen des hiesigen wissenschaftliche» Vereinsvorgetragen worden. Diese ursprüngliche Bestimmung der Abhandlung be-dingte ihre Form, die beider jetzigen Mittheilnng beibehalten werden mußte,wenn sie nicht vollständig sollte umgearbeitet werden, wozu es mir an Zeitgebrach. Auch machte die längere Zwischenzeit, welche zwischen dem Bor-trage des ersten und dritten Theils lag, die Wiederholung einiger Thatsachenvon entschiedener Wichtigkeit nothwendig, die jetzt nicht ganz hat beseitigtwerden können.
Von Seiten der Geognostcn und Mineralogen von Profession möchtemir mit Recht der Vorwurf gemacht werden können, daß ich mehrere Sätzeallgemein hingestellt habe, ohne die vorkommenden scheinbaren oder wirklicheneinzeln Abweichungen mit anzuführen. Ich bin mir dieses Fehlers wohl be-wußt; sah mich aber außer Stand, ihn zu vermeiden, ohne i» Einzelnheiteneinzugehen, die zu erörtern der Raum nicht gestattete. Wenn nur nickt nach-gewiesen werden kann, daß ich aus den z» allgemein gestellten BehauptungenFolgerungen gezogen habe, welche die unbeachtet gelassenen einzelnen Aus-nahmen als unrichtig erweisen, so ist mein Zweck und meine Erwartungerfüllt. E.