je jünger das Gedinge ist. Im Kohlengebirge treten die ersteneigentlichen Flötze auf. Die Lager halten hier im Streichen undFallen auf große Strecken dieselbe Richtung bei; und wenn siedieselbe verändern, so geschieht dies in der Regel nur in flachenBogen. In dem altern Flötzgcbirgc kommen Neigungen der Stra-ten vor, die sich der senkrechten sehr nähern. Ze jünger aber dieGcbirgsformation ist, desto flacher liegen die Flötze. Bon dieserRegel machen allein diejenigen Gegenden eine Ausnahme, wo vul-camsche Massen die Schichten emporgehoben und durchbrochen haben,wo also die Erscheinungen der Urgebirge sich wiederholen.
Die Ablagerung von Kohle hat seit den Zeiten der Grauwacken-bildung bis zu unfern Tagen, freilich mit bedeutenden Modisicationen,fortgedauert. In den ältesten Zeiten der Flötzbildungen sind diebedeutendsten Kohlenmasscn abgelagert worden. Die hohe Erd-wärme, die mit vielem Wasserdampf und großen Quantitäten vonKohlensäure angefüllte Atmosphäre mußten die Vegetationen außer-ordentlich begünstigen. Wenn nun in unfern Tagen in den Urwäl-dern der Sunda Inseln und der amerikanischen Acquinoctial-Gegcndcnsich eine vermoderte Pflanzenmasse erzeugt, die den Boden mehrereKlafter hoch bedeckt; so dürfen wir jenen Zeiten eine viel mächtigereAblagerung von Pflanzenmasse zumuthen, die vielleicht nur der höhernTemperatur und der ungeheuren Belastung bedurfte, um sich imLaufe vieler Jahrtausende in unsere Mineralkohlen umzuwandeln. Inder Regel sind mehrere Kohlenflötze parallel über einander gelagert,getrennt durch Bänke von Schicferthon und Sandstein, häusig auchin Begleitung von Thouciscnstein. Solcher Wechscllagerungensindensich oft sehr viele über einander, so daß die Gcsammtmasse eineMächtigkeit von mehreren hundert Fuß erreicht. Der Schieferthonund Sandstein kann sich nur im Meere gebildet haben, weil beideStraten Ucberrcstc von Sccgeschöpfen einschließen, und unstreitigdurch Niederschlag entstanden sind Die Ablagerungen der Pflan-zentheile konnten sich nur auf dem trocknen Boden, oder höchstensim Sumpfe bilden. Daraus folgt, daß einige Theile der Erdrinde, imLaufe der Bildung der neuem Straten, zu oft wiederholten Malenabwechselnd vom Meere überfluthet wurden, und wiederum über denMeeresspiegel hervorragten. Von einer solchen abwechselnden Uebcr-fluthung vom Meere und wieder Trockenlegung des Bodens wer-ben sich später noch mehr Beweise ergeben. Es läßt sich nichtanders denken, als daß sich diese abwechselnden parallelen Stratenvon Pflanzen, Schieferthon und Sandstein in horizontalen Lage-rungen bildeten. Sic müssen während dieser Bildung eine bieg-same Masse geblieben sein; dann wurden sie am Ende ihrer Bil-dungsperiodc emporgehoben, doch an einigen Stellen mehr alsan andern, so daß diese Gesammtlager Mulden und Sättel bildeten,und in einzeln Theilen oft stark gegen den Horizonr geneigt sind.Viele Kohlenlager wurden später noch durch neuere Formationenüberdeckt, deren Schichten dann aber den Parallelismus mit denKohlenflö'tzen nicht beibehielten.