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es schlimm, wenn die Phantasie italienische und englische Gelehrteberedet, die Versteinerungen in den Felsen der tiefen Schächteund der hohen Alpen könnten nur Naturspicle sein, und jenenFranzosen, die aufgefundenen Mammuthzähnc stammten aus demGebisse gefallener Engel ab; aber wir verdanken dieser Geistesthä-tigkeit so viele zündende Funken eines himmlischen Feuers, daßwir ihr solchen Jrrlichtschcin wohl zu gute halten mögen.
In den Systemen der Vorzeit findet sich durchgängig dieGeogenie mit der Geologie aufs engste verbunden, welches zumanchen Begriffsverwirrungen Veranlassung gegeben hat. ErstHut ton schied beide Lehrsystcme strenge von einander, und erklärte,nur die Geologie in den Bereich seiner Untersuchungen ziehen zuwollen. Seit jener Zeit (1788) sind sehr viele Systeme der Geologieneu aufgestellt worden, aber die Geogenie hat man fernerhin meistensunbeachtet gelassen. Und in der That ist man immer mehr zuder Einsicht gekommen, daß die Erschaffung der Erde, oder auchnur ihre Einreihung in die Ordnung unseres Planetengcbiets, fürmenschliche Forschungen wohl für immer mit dem undurchdringlichstenSchleier bedeckt bleiben wird.
Man beschäftigte sich aber um so angelegentlicher mit Specu-lationcn über den Ursprung der Erde, je weniger Stoff man hatte,über ihre Ausbildung Betrachtungen anzustellen, und so gehörenalso die Gcogenien vorzugsweise ältercu Zeiten an. Am einfachstenund erhabensten lehrt Moses, daß Gott durch sein allmächtigesWort die Welt aus dem Nichts hervorgerufen habe. Sehr nahekommt dieser Lehre die Schöpfungsgeschichte der Jndicr, wie sie inden Institutionen des Menu erzählt wird. Wie lächerlich erscheintdagegen die heilige Sage der Aegypter und Griechen von einemmännlich-weiblichen Princip, das die Welt geboren; schon Ari-stophanes verspottet diese Mythe.
Die Lehre von einem Chaos, das vor dem Dasein von Erde,Meer und Himmel bestand, hat eine große Verbreitung gehabt, undzieht sich durch alle Zeiten Europäischer Cultur bis zu unfern Tagenhindurch. Die bekannteste Beschreibung des Chaos ist die vonOvid in seinen Metamorphosen, die" freilich viele Widersprücheeinschließt, so daß Bayle in seinem Wörterbuche sagen durfte, diePropositionen dieser Beschreibung lägen ärger mit einander imStreite, als die Elemente im "Chaos. Nach Ovid waren imChaos alle Dinge vereinigt, eine riulis imllKestitguv inalss.Ueberäll nur träge Last und der unentwickelte Samen der Dinge;Erde, Meer und Luft waren vermischt in unförmlichen Massen,eins stand dem andern entgegen; es kämpften Kälte und Wärme,das Nasse mit dem Trocknen, das Weiche mit dem Harten, dasSchwere mit dem Gewichtloscn. Dieser Streit der Elemente schlichteteendlich ein Gott, und so bildeten sich die Erde, das Meer undder Himmel.
In einer viel spätem Zeit stellte sich Cartesius die Aufgabe:Dutis insterla et motus t'»c.ere inuinlum, und lösete dieselbe