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3 (1793) [K - Q]
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Sache das Gepräge des Scherzesgeben. Es scheinet überhaupt da-mit die Beschaffenheit zu haben, wiemit der Einmischung allegorischerPersonen in historische Ecmahlde,davon wir anderswo gesprochen ha-ben *). Es hat etwas Anstößiges,sie mir den in der Natur vorhande-nen Wesen in ciue Claffe gestellt zusehen. In der äsopischen Fabel spre-chen die Thiere mit einander, wievernünftige Wesen; aber wer gegen-wärtig in der Epopöe einen Heldensich mit seinem Pferde unterredenließe, würde nicht zu ertragen seyn.Eine ahnliche Beschaffenheit hat esmit der Mythologie, in sofern sie hi-siorifch behandelt wird.

Seit kurzem haben einige, die dasgroße Ansehen Klopstoks für sich ha-ben, angefangen, die Nationalmyrho-logie der nordischen Völker zu brau-chen. Meines Erachtens war derEinfall nicht glüklich. Was für einerstaunlicher Unterschied zwischen derMythologie der Griechen, die so vollAnnehmlichkeit, so voll reizender Bil-der ist, und der armen.Mythologieder Celten? Wer wird das'Elysiummir allen seinen Lieblichkeiten gegenValdalla, wo die Seligen aus denHirnschadcln ihrer Feinde Bier undBranntwein trinken, vertauschen kön-nen? Die angenehmen Früchte desgriechischen Erdreichs siechen nichtmehr gegen die herbe Frucht des nor-dischen Schlcedorns ab, als die rei-zenden Bilder der griechischen Fabelgegen die rohen der Ccltischen.

Aber wenn die mythologischen Per-sonen nicht mehr in die Handlungunsers Heldengedichts, oder unsersDrama eingeführt werden können,so verlieren wir eine Quelle des Wun-derbaren. Das ist wahr, und indiesem Stüke sind wir in dem Fallerwachsener Menschen, die man nichtmehr durch Kmdcrmahrchen inSchocken, oder Erstaunen setzen kann.

*) S. Allegorie in der Mahlercy.

Die reifere Vernunft erfodert ein an.dres Wunderbare, als die noch kin-dische Phantasie. Dieses männlicheWunderbare haben große Dichterauch zu finden gewußt. Ist denn imverlornen Paradies, in der Meßiade,in der Noachide weniger Wunder,bares, als in der Iftas, oder in derOdyssee?Freylich nicht. Aber phi-losophischc Köpfe haben Mühe sichan die biblischcMythologie zu gewöh-nen." Das kann seyn; auch ist dieDichtkunst überhaupt nicht für solchephilosophische Köpfe, bcy denen dieEinbildungskraft,, bestandig von demVerstand in Fesseln gehalten wird.Also, Erdichtung für Erdichtung,hatte man ja beym Alten bleiben kön-nen." Das hatte man gekonnt, wennnicht jene Erdichtungen allen itztdnrchgehends erkannten Wahrheitenso gerade entgegen stünden, und wennnicht dieRegcl desHoraz in derNa« 'tur gegründet wäre; bftK» ftm pro-xima veris.

Die, über den Gebrauch der Mytho-logie, beste Abhandlung in den Fragmen-ten über die neuere deutsche kftteeatuc,hat Hr. S. selbst angefahrt. Sie findetsich in der zcen Sammlung, S. 12z. undman wird in ihr zugleichwinige der Ideen,womit Kirch den Gebrauch Versel-en be-stritt, so wie einige Beytrfiae zur wc-schichte des Gebrauches derselben, antref-fen. Auch wird in den Kritischen Wäl-dern N. 5- S. 54. noch etwa» über denGebrauch der Mythologie in christliche»Gedichten gesagt. Eine filtere, hiehcrgehörige Abhandlung ist: I. Dan. Mül-lers Vermischte Gedanken über die Anru-fung drr Musen und andrer hcndnischcnGötter, Helmst. 1746. 8. UebngcnSscheint srcylich, wenigstens, ein Wider,spcnch mit sich selbst, dem Gebote dcSHrn. S. daß man nicht dem Horaz nach-singen müsse;Wie nahe war ich demReiche der Prvserpina," zum Grunde ZUliegen: dieses Gebot scheint ein versteck-ter