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und selbst dem Klang nach fliesten dieWorte nicht frey genug. In derMu-sik machen erzwungene Harmonien,schwcrcFortschreitungen der Melodie,cingeflikte Tone in den Mittelstim-men, wodurch Fehler der Haupt-siimme sollten verbessert scyn, ein inder Abmessung fehlerhafter Rhyth-mus, eine Ungewisse Bewegung, undmehr dergleichen Unvollkommenhci-!en, das Mühsame.
Menschen von einer freyen und ge-raden Dcnknngsart, die keinen Um-weg suchen, und sich ihrer Kräftebewußt, überall ohne vielBcdcnklich-keit handeln, finden auch an Hand-lungen, Werken und Reden, wo al-les leicht und ohne Zwang auf ein-ander folget, großes Wolgcfallcn.Deswegen wird ihnen das Mühsame,das sie in andrerMenschenVcrfahrcnentdckcn, sehr zuwider. In Werkendes Geschmaks, wo alles einnehmendseyn sollte, ist das Mühsame ein we-sentlicher Fehler- Künstler, die durchMühe und Arbeit den Mangel desGenies ersetzen wollen, können durchkeine Warnung, durch keine Vor-schrift dahin gebracht werden, daß siedas Mühssnnc vermeiden. Aber daauch gute Künstler in besondren Fal-len ins Mühsame gerathen können,so ist es nicht ganz übcrflüßig, siedavor zu warnen.
Wer das Mühsame vermeiden will,muß sich hüten, ohne Feuer, ohne Lust,oder gar ans Zwang zu arbeiten: ermuß die Feder, oder den Pinsel weg-legen, sobald er merkt, daß die Ge-danken nicht mehr frey fließen; denndurch Zwang kann da nichts gutesausgerichtet werden. Von den Mit-teln sich in das nothigeFeuer derAr-beit zu setzen, wodurch man dasMühsame vermeidet, ist anderswogesprochen worden *).
*) Im Artikel Begeisterung.
Mus 421
Musette.
(Musik; Tanzkunst.)^as kleine Tonsiük, welches vondem Instrumente dieses Namens(dem Dudelsak) seinen Namen be-kommen hat, wird gemeiniglich inH Takt gefetzt, und kann sowol mitdem Niederschlag, als in der Halstedes Takts anfangen. Sein Charak-ter ist naive Einfalt mit einem sanf-ten, schmeichelnden Gesang. Durcheine etwas langsamere und schniei-chelndcBewegnng unterscheidet es sichsowol von den Giguen, als von denBaurentanzcn, die diese Taktart ha-ben. In der Gigue z.B. werden dieAchtel etwas gestoßen, in der Musettemüssen sie geschleift werden, also:
Gar oft wird das Skük über einenanhaltenden Baßton gefetzt; deswe-gen der Tonsetzer verstehen muß, dieHarmonie auf demselben Baßton hin-kanglich abzuwechseln.
Der Tanz, der diesen Namen füh-ret, ist allemal für naive landlicheLustbarkeiten bestimmt , kann abersowol zu edlen Schafercharaktcren,als zu niedrigen bäuerischen gebrauchtwerden. Aber dieMusik muß in Hey-den Fallen sich genau nach dem Cha-rakter richten.
Musik.
Wenn wir uns von dem Wesen undder wahren Natur dieser reizendenKunst eine richtige Vorstellung ma-chen wollen, so müssen wir versu-chen, ihren Ursprung in der Naturauszuforschen. Dieses wird uns da-durch erleichtert, daß wir sie einiger«maaßen noch täglich einstehen sehen,und auch die erste ganz rohe Bear-beitung des Gesanges durch den Ge-
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