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Narr klug, 'ein junger Mensch alt,ein furchtsamer Hase beherzt thut;oder wenn einer etwas sucht, das erin der Hand hat: so suhlen wir unszum Lachen geneigt, weil wir Dingebcysammen zu sehen glauben, die un-möglich zugleich seyn können. Solächelt jeder Ansanger der Geometrie,wenn er den Beweis des euklidischenSatzes von dem vermeynten Winkel,den die Tangente des Cirkcls mit demBogen macht, gelesen hat: sein Augesieht einen Winkel, und sein Verstandsagt ihn,, daß keiner da sei). Nichtsist wunderbarer und überraschender,als daß man zwei) einander geradeentgegengesetzte Handlungen zugleichthnn, daß man zugleich ja und neinsagen soll. Dieses scheint man dochin den erwähnten Fällen zu rhun,und daher kommt das Belustigendein der Sache, wenn sie blos als einGegenstand der Neugierde betrachtetwird. Warum lacht bisweilen einjunges unschuldiges Mädchen, wennes seine Einwilligung in eine Sachegeben soll, die es lebhaft verlanget?Eben deswegen, weil die Echam-hafrigkeit nein, und die Liebe ja sagt.Wie soll beydes zugleich statt habenkönnen?
Das Lachen hat seinen Grund blosin der Vorstellungskraft, in sofernsie die Beschaffenheit der Sachen alseinen Gegenstand der Neugierde bc-urthcilet: so bald das Herz Anthcildaran nimmt, hört das Lachen auf.Ich habe bey der unvermuthcten Er-scheinung einer innigst geliebten Per-son, die man hundert Meilen ent-fernt glaubte, ein lautes Lachen ge-hört, das bald dcnThränen derzärt-lichstcnFreudePlatz machte. In demersten Augcnblik der Erscheinungwürkte blos die Vorstellungskraft, diedas Seltsame und Unmögliche derSache fühlte, daß eine Person abwe-send und doch gegenwartig seyn sollte.So bald die würkliche Gegenwartentschieden, und das Ungewisse ver-
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schwundcn war, überließ man sichden Empfindungen des Herzens.Also dauert das Lachen nur, so langedie Ungewißheit dauert, und so lan-ge die Sache räthselhaft ist. Dar-um belustiget sich kein Mensch mehran den seltsamsten Taschcnspieler-künsten, so bald er weiß, wie es da-mit zugeht; darum lachen einigeMenschen über Dinge, woben andrevöllig gleichgültig bleiben; die Lacherhaben nicht Scharfsinn oder Auf-merksamkeit genug, das Räthsel auf-zulösen, oder die Ungewißheit zu he-ben. Deswegen wird schon einekünstlichere Vcrwiklung der Sachenerfodcrt scharfsinnige, als einfälti-gere Menschen lachen zu machen.
Es scheinet, daß die verschiedenenArten des Lächerlichen sich auf zweyHanptgattungen bringen lassen, dieden zwey Hauptgattungen des Wah-ren entgegengefetzt sind.
Die erste Gattung entstehet ausVereinigung solcher Dmge, die nachunfern Begriffen unmöglich zugleichseyn können, weil eines das andereaufhebt. Die zwcytc aus Vereini-gung der Dinge, für welche keinGrund anzugeben, deren Zusammen-hang unbegreiflich und abcntheucrlichist. Wir wollen der ersten Gattungden Namen des ungereimten, derandern des abemheuerlichcn Lächer-lichen geben. Jede faßt mehrere be-sondere Arten in sich; aber es würdezuwcitläuftigscyn, alle aus einanderzn setzen. Folgendes kann zur Probehinlänglich seyn.
Das ungereimte Lacherliche entste-het auf verschiedene Weise: zuerstaus dem Widersprechenden. Wennein Gek klug, ein Furchtsamer be-herzt, eine haßliche Alte schön undjung, ein Unwissender gelehrt thut,und dergleichen: so fallen sie völligins Lächerliche. Beyspiele davonsind überall im Uebcrfluß anzutreffen.Man macht also die Menschen lä-cherlich, deren Reden und Handlun-I- Z gcn