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Bei allen diesen öffentlichen Leiden nnd Unfällen wardas Volk eifrig mit religiösen Hebungen beschäftigt, die eszur Besänftigung des zürnenden Himmels am geeignetstenhielt. Viele zogen in ganzen Gesellschaften umher undsangen Sterbclieder, während andere, in einem Zu-stand, der an Raserei gränztc, laut auf offener Straße beich-teten. In dieser Stadt wiederholte sich jetzt das, was inder Provinz Quito nach dem schrecklichen Erdbeben vomvierten Februar 1797 statt gefunden hatte. Ehen wurdengeschlossen zwischen Personen, welche mehrere Jahre hindurchohne priesterliche Weihe mit einander gelebt hatten. Kinderfanden Eltern an Leuten, von denen sie bis jetzt nickt an-erkannt worden waren; Wiedererstattung wurde von Mcnscheu versprochen, die niemals des Diebstahls beschuldigtgewesen waren, und Familien, die lange Zeit in Feindschaftmit einander gelebt, versöhnten sich im Gefühl des allge-meinen Elends. Allein während bei de» Einen dieses Ge-fühl das Herz zu erweichen und dem Mitleiden zu offnenschien, brachte es eine entgegengesetzte Wirkung auf Anderehervor, indem sie noch verstockter und unmenschlicher wurden.Bei großen Leiden behaupteil gemeine Seelen noch wenigermoralische Güte als Kraft; den» Unglück wirkt eben so, wieder Verfolg der Wissenschaften und die Erforschung der Na-tur, welche ihren glücklichen Einfluß bloS auf Wenige aus-üben, indem sie den Gefühlen mehr Wärme, der Seeleeinen größer» Schwung und dem Charakter einen höherenGrad von Leutseligkeit und Wohlwollen verleihen.
„Erdstöße so heftig wie diese, welche in dem geringenZeitraum von einer Minute die Stadt Caraccas zertrüm-merten, konuten sich unmöglich auf einen so kleinen Theildes Continents beschränken. Ihre verderblichen Wirkungenerstreckten sich längs der Küste auf die Provinzen Venezuela,Varinas und Maracaybo, und wurden noch deutlicher inden Bergen des Innern verspürt.
La Gnayra, Maygnetia, Antimano, Baruta, La Ve-- za, San Felipe und Merida wurden fast gänzlich zerstört.