lli«
Bei Humboldts Ankunft in Terra Firnia fiel ihm dieVerbindung auf, welche zwischen der Zerstörung von Einuiana im Jahr 1797 und dem Aufbruch der Vulkane aufden kleineren westindischen Inseln statt zu finden schien,Eine ahnliche Verbindung zeigte sich im Jahr 181? indem Fall von Caraccas. Vom Anfange des Jahrs 1811 bis1813 wurde ein großer, von dem Meridian der Azoren,dem Thal des Ohio, den Cordiilcrcn von Neu-Grcnada, derKüste von Venezuela und den Vulkanen Westindicns bc-gränzter Flächenraum der Erde durck unterirdische Be-wegungen erschüttert, welche eine sehr tief verbreitete, imInnern der Erde herrschende Thatigkcit anzeigten. Zu derZeit, wo diese Erdbeben im Thalc des Mississippi ihren An-fang nah-icn, verspürte die Stadt Caraccas den erstenStoß im Tccembcr 1811 und am sechSundzwanzigstcnMärz 18 l 2 wurde sie gänzlich zerstört.
„Tic Einwohner von Terra Firma wußten nichts vondieser Erschütterung, die sich auf der einen Seite dem Vulkanauf der Insel St. Vincent, und auf der andern dem Bebkcn des Mississippi, mitgethcilt hatte, wo der Erdboden Tagund Nacht in einem fortwährenden Hin - und Herschwan-ken begriffen gewesen war. Während dieser Periode littdie Provinz Venezuela an großer Trockenheit; zu CaraccaSund in einer Strecke von dreihundert und eilf englischenMeilen um diesen Ort herum war in den fünf Monate»,welche der Zerstörung der Hauptstadt vorausgingen, kei»Tropfen Regen gefallen. Der sechsundzwanzigste März waraußerordentlich heiß; die Luft war ruhig und der Himmelwolkenfrei.
„Es war gerade Himmelfahrtstag und ein großer Thcilder Einwohner befand sich in den Kirchen. Kein Gefahrdrohendes Zeichen ging der furchtbaren Katastrophe voraus.
„Sieben Minuten nach vier Uhr Abends wurde dieerste Erschütterung verspürt; sie war so stark, daß die Glokken in den Kirchen ertönten, und dauerte fünf bis sechsSecunden. Unmittelbar auf diesen ersten Stoß folgte ei»