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Alexander von Humboldt's Reisen und Forschungen : eine gedrängte Erz. seiner Wanderungen in d. Aequinoctial-Gegenden Amerikas u. im asiat. Rußland
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Sie sahen sich genöthigt, die Segel auszuspannen,und steuerten mit einer Geschwindigkeit von zehn Knoten,wie wohl das Fahrzeug kein guter Segler war. Um sechsUhr des Morgens schwankte es so heftig hin nnd her,daß cS seine fordere Bramstangc verlor. Am siebenten be.fanden sie sich in der Breite vom Ca» Finifierrc, dessenunter dem Namen, Sierra de Torinona, bekannte Granit-Felsengrnppe ans dem Meere in einer Entfernung vonneunundfunfzig englichen Meilen sichtbar ist. Am achten, beiSonnenaufgang, ward vom Maslkorbe aus ein englischesConvoy entdeckt, und um diesem auszuweichen, änderteder Capitain wahrend der Nacht den Lauf des Schiffes.Am neunten sing man an die Wirkung der großen Strö-mung zu spüren, welche von den Azoren nach der Straßevon Gibraltar und den Canarischcn Inseln stießt. IhreRichtung war zunächst südöstlich, aber gegen ihren Anfanghin wurde sie vollkommen östlich, und ihre Kraft war sogroß, daß sie z. B. zwischen dem 37 und 30 Breite-Grade, bisweilen das Schiff binnen vierundzwanzig Stun-den einundzwanzig bis dreßig englische Meilen ostwärts trieb.

Zwischen den Tropen, insbesondere von der Küste vonScnegambicn (Senegal) bis zum earaibischen Meere erstrecktsich eine Strömung, welche stets von Ost nach West fließtund die Acquinoctial-Strömung genannt wird. Ihremittlere Schnelligkeit wird auf zehn bis eilf englische Mei-len binnen vierundzwanzig Stunden geschätzt. Diese Be-wegung des Wassers, welche man auch im stillen Oceanbeobachtet, und die eine der Rotation der Erde entgegen-gesetzte Richtung hat, sieht mit dieser Rotation, wie manvermuthet, blos in so fern in Verbindung, als sie dieje-nigen Luft-Ströme von den Polen, welche, in de» unterenRegionen der Atmosphäre, die kalte Lnft der höheren Brei-ten nach dem Acguator führen, in Passatwinde verwandelt;und dem allgemeinen Impuls, welchen diese Winde derOberfläche des Occans geben, muß man die in Rede ste-hende Erscheinung zuschreiben.