18
mit Berücksichtigung der bei den Wiigungen herrschen-den Temperatur und der Beduction der Wägungsresul-tate auf den luftleeren Baum den verlangten Halbmes-ser der Bohre nach der bekannten Formel: r= V^mit der grössten Schärfe berechnen. Ist der Halbmessergefunden, so bläst man an die Bohre das bimförmigeGefäss und die beiden kleinen Erweiterungen an undbestimmt neuerdings das Gewicht des Instrumentes imleeren Zustande. Hierauf füllt man es mit der zum Ge-brauche des Thermometers nöthigen Menge reinen Queck-silbers^ kocht es aus, macht es luftleer und schmilztes zu, wobei man jedoch Sorge dafür tragen muss, dassbei dieser Operation an dem Gewichte des leeren Instru-mentes nichts geändert werde. Nun wird das gefüllteThermometer abermal gewogen, wo dann der Unter-schied im Gewicht des gefüllten und ungefüllten Ther-mometers das Gewicht der darin enthaltenen Quecksil-bermenge angibt. Dieses durch das specifische Gewichtdes Quecksilbers getheilt, gibt das Volumen der im Ther-mometer enthaltenen Quecksilbermasse. Beducirt mandas gefundene Volumen auf jenes bei 0° C., so kannman daraus mittelst des bekannten Ausdchnungscoeffi-cienten für das Quecksilber, die Volumenzunahme des-selben bei der Temperatur von 100° C. berechnen. Dadieses zuwachsende Volumen die Gestalt einer cylin-drischen Säule von dem bekannten Halbmesser der Röh-re annimmt, so ist es leicht, aus dem Volumen der Säuleund dein Halbmesser derselben ihre Länge zu finden.Diese Länge entspricht offenbar 100 Graden C., folg-lich gibt der hundertste Theil davon die Länge einesCelsius 'sehen Grades.
Auf diese wenn auch mühsame, aber theoretischrichtige Art, wurde auch wirklich die Gradlänge an meh-reren Instrumenten bestimmt, und die Genauigkeit dergefundenen Itesultate durch ein zweites Verfahren ver-
*) In diesem Ausdrucke bedeutet: r den Halbmesser derEölirc,p das Gewicht, 1 die Länge der Quecksilbersäule, s das spe-cifiscbe Gewicht des Quecksilbers und v das Kreisverhältniss.