Druckschrift 
Das Höhenmessen mit dem Thermometer
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

8

desselben unter demselben Luftdrucke völlig unver-änderlich.

Aus diesen Angaben der beyden Gelehrten ergibtsich nun, dass sie zwar die Möglichkeit einer ther-mometrischen Blessungsmethode recht wohl einsahen,ohne jedoch die gehörigen Mittel hierzu angeben zukönnen. Daher ist es begreiflich, dass man es beiden ersten ungünstig ausgefallenen Versuchen bewen-den und die gemachten Vorschläge der genannten Ge-lehrten wieder in Vergessenheit gerathen liess. Dennoffenbar besassen die hiezu empfohlenen Thermometerviel zu wenig Empfindlichkeit um sehr kleine Aeude-rungen in der Siedhitze noch merklich anzuzeigen, undgestatteten eben so wenig eine genaue Bestimmung die-ser Aenderungen. Ueberdiess meinte mau, sey es fastunmöglich, ein so empfindliches Thermometer zu con-struiren, um so kleine Aenderungen daran noch deut-lich wahrnehmen und bequem bestimmen zu können; undselbst zugelassen, es gelänge ein solches zu Standezu bringen, so war man der Meinung, es müsse wegender Grösse der Kugel und der zu solcher Empfindlich-keit erforderlichen Länge der Rühre sehr gebrechlichund unhandsam werden. Ferner hielt man dafür, dassdie damit erhaltenen Deobachtungsresultate jedenfallsunsicher ausfallen müssten, weil, wie schon Cavallo be-merkt hatte, ein in siedendes Wasser getauchtes Ther-mometer fortwährenden Schwankungen unterliegt, wel-che iheils von der Temperatursverschiedenheit der ein-zelnen Schichten nach einwärts, theils von den amBoden aufsteigenden, in den oberen Wasserschichtenzerplatzenden Dunstbläschen herrühren und bewirken,dass man keinen Augenblick mit Bestimmtheit sagenkönne, der Quecksilberfaden im Thermometer sey sta-tionär. Endlich kannte man auch zu jener Zeit die Ver-dünstungsgesetze noch nicht, und war daher auch nichtim Stande, aus der Temperatui* des siedenden Wassersdie Spannkraft der Dünste mit Sicherheit zu berechnenund hieraus die Grösse des dabei herrschenden Luftdru-ckes zu bestimmen.