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Art: „Wenn sich die Menschen nicht absichtlich verkennen wollen,so müssen sie nur gestehen, daß sie, selbst bey ihren geistigenFunctionen, eben sowohl Seele als Körper sind, und daß sichdiese beyden Elemente im Leben nicht so leicht trennen lassen, alsman gewöhnlich glaubt. Das Ding, was in uns die eigentlicheÜberzeugung von einer Sache hervorbringt, ist durchaus nicht im-mer das, was wir den Beweis derselben nennen. Wie wenigSachen gibt es, die für uns wirklich bewiesen sind?" — DieseBeweise überzeugen nur den Verstand, aber Jnstinct und Ge-wohnheit reißt uns ganz mit sich fort. Die Gewohnheit leitet end-lich sogar den Verstand und zieht den Geist nach sich, ohne daßdieser es bemerkt. Wer hat uns bewiesen, daß morgen die Sonnewieder aufgehen wird, oder daß wir alle einmal sterben werden.Und doch, was wird so allgemein, so ohne alle Ausnahme von Je-dermann geglaubt, als eben dieses? Erfahrung und Gewohnheitsind es also,j die uns überzeugen, und die gar keine Zweifel auf-kommen lassen, so wie sie es sind, die den Türke» und den Heiden,die den Handwerker und den Soldaten machen. Zu ihnen muß manim praktischen Leben immer wieder zurückkommen, um unsere Ge-schäfte und Verrichtungen abzukürzen und uns nicht dem Mangelan den eigentlichen Beweisen auszusetzen, die uns so leicht ver-lassen, wo wir ihrer am dringendsten bedürfen. Wer diese Be-weise immer gegenwärtig haben will, macht sich zu viel zu thunund kömmt nie zu Ende. Die Gewohnheit geht sicherer zugleichund schneller: ohne Gewalt, ohne Kunst, ohne Demonstrationleitet sie uns zum Ziele, so daß wir durch sie auf eine uns na-türliche und gleichsam mechanische Weise alle unsere Geschäfte vielbesser verrichten, als wir dieß je durch die bloße Theorie hättenthun können. Es reicht nicht hin, eine Sache bloß aus Gründenund aus Uberzeugung anzunehmen; auch unsere Sinne, auch derkörperliche Theil unsers Wesens muß zu dieser Annahme bewogenwerden: beyde Theile müssen zugleich in Bewegung gesetzt wer-den, der Verstand durch Gründe, die aber einmal gekannt zuhaben für das ganze Leben hinreicht, und die Sinne durch dieGewohnheit, die dann ihre wohlthätigen Wirkungen bis an un-ser» Tod Verbreiter.