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Die Wahrscheinlichkeitsrechnung in ihrer Anwendung auf das wissenschaftliche und practische Leben
Entstehung
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ES ist sehr wünschenswerth, daß unsere Philosophen, starrden unfruchtbaren Speeulationen, mir welchen sie sich gewohnlichbeschäftigen, diese für den Menschen eben so wichtigen als inte-ressanten Gegenstände weiter verfolgen und genauer untersuchenwollten. Noch haben wir zu wenig Erfahrungen dieser Art ge-sammelt, um darauf die Theorie jener höhern Physiologie mirSicherheit gründen zu können. Aber das Feld ist groß, und reichdie Ernte für Schnitter, die Muth und Kraft in sich fühlen,das Werk zu beginnen und uns allen ein großes Thor zu neuenKenntnissen, eine neue Welt zu offnen, besonders wenn durchihre Bemühungen ihre Nachfolger, unsere späten Enkel, in denStand gesetzt werden, auf den gesammelten Vorrath von Erfah-rungen und Beobachtungen die Kraft ihrer Analyse anzuwen-den, und dadurch erst der neuen Erkenntnis; diejenige Sicherheitzu geben, welche wir in allen denjenigen Wissenschaften undnur in denen besitzen, die einer mathematische» Unterlage fä-hig sind. Die allerdings nicht geringen Schwierigkeiten, diesesjetzt von uns noch so ferne Ziel zu erreichen, werden uns in un-ser» Bemühungen eben so wenig zurückhalten, als es die viel-leicht nicht geringern Hindernisse zu thun vermochten, welche sichder Entdeckung des Gesetzes der allgemeinen Schwere entgegen-gesetzt haben. Seit dieser großen und für alle Zeiten merkwürdi-gen Entdeckung hat man gesunden, daß dieses Gesetz nicht nurdie Bewegung der himmlischen Korper in dem endlosen Welten-raume genau darstellt, sondern daß es auch, unter zwcckgemäßenModificationen, die Anordnung der kleinsten, die Körper con-stituirenden Elemente und die regelmäßige Bildung der Krystalle,aus denen sie bestehen, in sich schließt: warum sollte nicht auchjene Bewegung der thierischen Nerven denselben Gesetzen derDynamik unterliegen, und so gleichsam die dreyfache uns umge-bende Welt einen einzigen, gemeinschaftlichen Ursprung haben?Bereits scheinen mehrere Erfahrungen diese Bemerkung zu bestä-tigen. Die Bewegungen, welche jene Nervenvibrationen demMuskolsysteme, und durch dasselbe den außer», fremden Körpernmirrheilen, sind alle, wie Entwicklungen elastischer Federn, derArt, daß dabey der gemeinschaftliche Schwcrpunct unsers eigenen