Nadel und andere weibliche Utensilien, die sie bcy ihren Freun-dinnen fanden, sich anzueignen. Sie konnren dem Verlangennicht widerstehen und alles, was sie über sich vermochten, be-stand darin, daß sie diese Dinge in den folgenden Tagen unterder Ausrede der Vergeßlichkeit an ihre frühern Besitzerinnen wie-der zurückschickten. Ihre Freundinnen kannten diese Unarten, dieanfangs das Gerede der ganzen Stadt waren und die man spaterbloß zu belächeln sich begnügte, da das durchaus sehr geregelteBetragen dieser Frauen außer senen Zeiten über allen Verdachterhaben war.
Nicht weniger merkwürdig ist die Leichtigkeit, mit welcherunsere Orgaue, wenn sie oft geübt werden, ihre Functionen selbstohne unscru Willen fortsetzen. Wer im Gehen von einer ihm in-teressanten Idee ergrissen wird, sängt an zu gesticuliren, ja lautzu sprechen, ohne daß er sich dessen bewußt wäre, und setzt me-chanisch seinen Weg fort, ohne es zu wolle». Soldaten, die aufermüdenden Märschen von dem Schlafe überfallen werden, gehenin demselben Tacte immer weiter und erwachen erst, wenn sieein Hiuderniß aufhält. Die Ärzte haben eine Krankheit bemerkt,in welcher der Mensch, einmal in Bewegung gesetzt, nicht inne-halten kann, wenn er sich nicht an einen ihm begegnenden Ge-genstand festhält. Überhaupt wird man von den Ärzten besonderswichtige Aufschlüsse über diesen Theil der Physiologie erwartendürfen, wenn sie einmal ihre fortgesetzte Aufmerksamkeit auf die-sen Gegenstand gerichtet haben werden, da die merkwürdigstenPhänomene dieser Art besonders deutlich in krankhaften Zustän-den hervortreten.
Diese Erscheinungen der letzten Art zeigen sich allerdingsnur bey solchen Operationen, an die wir durch eine öftere Wiederho-lung schon gewöhnt worden sind. Allein eben diese Gewoh n-heit ist es, welche über uns, ohne daß wir uns dessen immerdeutlich bewußt sind, eine so große Kraft ausübt, und die daherwohl eine nähere Untersuchung verdient. Bey einer unparteyi-schen Betrachtung unsrer Handlungen und beynahe aller unserergeistigen Functionen, werden wir finden, daß keinesweges, wiewir uns wohl sonst selbstgefällig zu schmeicheln pflegen, llberle-