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Die Wahrscheinlichkeitsrechnung in ihrer Anwendung auf das wissenschaftliche und practische Leben
Entstehung
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bcynahc alle in der sogenannten Marksubstanz des GchirnS, undfuhren daselbst die Eindrücke zusammen, welche sie durch dieäußeren Sinne von den Gegenständen erhalten haben. Aber dieseSinne selbst lehren uns nichts, und alle bisher gewagten Versu-che des menschlichen Scharfsinnes lasten uns im Dunkeln über dieArt, auf welche jene äußeren Eindrücke fortgeführt und demeigentlichen Denkvermögen mitgetheilt werden. Vielleicht werdendie Versuche unserer Nachfolger glücklicher seyn, wenn sie ein-mal die hichergehörenden Erscheinungen im Großen aufgefaßtund von den übrigen deutlicher unterschieden haben werden. Einesolche scheint jene geistige Sympathie oder der Trieb zu seyn, sichmit gleichartigen oder gleichgestimmten Wesen in nähere Verbin-dung zu setzen. Wir bemerken diesen Trieb bey allen organischenund selbst gewissermaßen bey den unorganischen Wesen. ZweyPendel oder zwey Uhren, deren Gang nur wenig verschieden ist,erhalten endlich, wenn sie auf derselben Unterlage ruhen, einenganz gleichen Gang. Gespannte Saiten, wenn eine derselbentönt, geben die verwandten Töne wieder. Thiere, verschiedenerGattung, aber von ähnlicher Organisation, streben nach Vereini-gung. Viele von ihnen bilden sich von selbst in Gruppen und Heer-de« und das starke Band der Familienverbindungcn scheint sichselbst über viele Geschlechter der Pflanzen zu erstrecken. Die mensch-lichen Vereinigungen zu größeren Gesellschaften und zu ganzenStaaten haben ohne Zweifel denselben Ursprung. Wie in derEhe, wie in der Kinderliebe, so sehen wir auch in jenen Gesell-schaften, daß der stärkere Geist dasselbe innige Vergnügen in derLeitung und Beschützung des schwächeren findet, welches dieserin der Hingebung und in dem Gehorsam gegen jenen genießt.Verwandte Gefühle und Empfindungen, in einem Kreise mehre-rer Menschen erregt, verstärken sich durch gegenseitige Mitthei-lung, wie wir täglich in unsern Schauspielen sehen. Die Lust,die aus diesen Mittheilungen entspringt, ist oft so mächtig, daßNc zur Begeisterung, ja selbst zum Fanatismus führen kann,der alle Gemüther bis zu einer Art von Wuth erhitzt und indemer sich mit einer unwiderstehlichen Kraft verbreitet, wahrhaftentsetzliche Wirkungen hervorbringt, wie unsere Geschichtbücher