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Die Wahrscheinlichkeitsrechnung in ihrer Anwendung auf das wissenschaftliche und practische Leben
Entstehung
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tur in unser» Tage» benierken, von jeher bestanden habe undohne Unterbrechung immer so dauern werde. Ohne Zweifel wurdewohl auch der gegenwärtige Zustand der Dinge, wenn er dem ver-gangenen vollkommen gleich wäre, auf eine eben so unveränder-liche Zukunft schließen lassen. Viele Dinge scheinen uns diese Be-ständigkeit in unserm Sonnensysteme anzudeuten. Selbst dieAnalyse hat eS bereits bestätiget, daß die rotirende sowohl alsdie progressive Bewegung der Planeten und der Satelliten unddie Lagen ihrer Bahnen sowohl als ihre Äqnatoren keinen fort-gehenden Änderungen, sondern nur periodischen Ungleichheitenunterworfen sind, die, meistens in sehr engen Gränzen eingeschlos-sen, sich zu verschiedenen Epochen wieder in ihre erste Lage her-stellen. Es kann als bewiesen angenommen werden, daß seit denZeiten Hipparchs d. h. seit nahe 2vl)ll Jahren, die Länge unseresSterntages nicht um einen Hunderttheil einer Secunde und diemittlere Temperatur der Erde nicht um den hundertsten Theileines Grades Reaum. sich geändert habe. Aber die Ordnung mancherandern Erscheinungen der Natur kann doch noch immer großenÄnderungen unterworfen seyn, ohne daß unsere bisherigen Beob-achtungen oder unsere Rechnungen sie uns anzuzeigen im Standesind. Die Wirkungen des Oceans, der Atmosphäre, der Meteo-re, der Erdbeben und der vulkanischen Ausbruche äußern ihreimmerwährenden Einflüsse auf die Oberfläche der Erde, und dieseEinflüsse können vielleicht die Temperatur unserer Klimate, dasVolumen unserer Atmosphäre und die Verhältnisse der Lnftarten ,aus denen sie besteht, allmählig wenigstens, ändern und dadurchendlich für den vegetabilischen und animalischen Theil der Bewoh-ner der Erde einen ganz andern Zustand heraufführen. Die In-strumente und die Beobachtungsmethoden, durch welche wir zurKenntniß dieser Änderungen gelangen, sind alle noch zu neu,um über diesen Gegenstand einen bestimmten Ausspruch wage»zu können.

Eine längere Reihe von Jahrhunderten wird uns vielleichtin den Stand setzen, diese für alle organischen Wesen sehr wich-tigen Ereignisse näher kennen zu lernen. Bereits sind mehrereunbezweifelte Spuren einer früheren, von der gegenwärtigen