XXXVI
EINLEITUNG.
Christopherus Pistork Lipsensis respondit pro loco promotus in Italia Bononie“ 101 ). Diese Notizmag vielleicht von Scliiltl selbst herrühren. Ein Eintrag anf Bl. 8' „ Anno domini 1698 ß.feria postoctavcis Pcisce promotus est in baccalarium medicine mgr. Heningus Sarctorus (?) de Brunswigk, tunerector univei'sitatk , qui dedit pro fisco II flor. Pen.“ könnte den Schluß ziehen lassen, daß dasStatutenbuch auch noch lange nach 1518 im Gebrauch war, aber dieser Eintrag unterliegt mancherleiBedenken. Die Hand, die ihn schrieb, scheint eher dem 15. als dem 16. Jahrhundert zu gehören, undeinen Rector Henning Sarctorus oder Sarctoris — der Name ist durch Correctur undeutlich geworden— hat es weder im 15. noch im 16. Jahrhundert gegeben.
Die Handschrift enthielt ursprünglich 12 Blätter. Die ersten 4 sind jedoch heraus-geschnitten worden. Das erste Blatt trägt die von einer älteren Hand eingeschriebene Signatur No. lü.Darunter hat eine jüngere Hand No. I gesetzt. Auf Bl. 2 beginnen die Statuten unter der Ueberschrift:„In nomine domini Amen. Anno nativitatis eiusdem millesimo quadringentesimo decimo quinto decimadie mensis Julii conclusa et approbata sunt statuta infrascripta facultatk medicine.“ Sie sind in einemZuge bis auf Bl. 3' uiedergeschrieben. Alsdann folgt ein Zusatz vom 16.December 1465 von an-derer Hand. Wechselnde Hände haben dann weitere Beschlüsse hiuzugefügt. Der letzte ist vom23. November 1490.
Auf Bl. 7 beginnt das Verzeichnis der Promotionen unter der Ueberschrift: „Ilec sunt nominadoctorum facultatk medicine studii Lypczensk“. Ilelmold Gledenstede selbst hat zuerst neun Doctorenin das Verzeichnis ohne jedes Datum eingetragen und außerdem einen kurzen Bericht über die Pro-motion des Nicolaus Sclmlteti de Frankenvordis und Jacobus Mesebcrch de Stendal, die am 9. October1431 stattfand. Dann folgen wechselnde Hände. Die Eintragungen fanden anfangs auf Bl. 7, 7' und8 in zwei Spalten, auf 8' aber in einer Spalte statt. Als der Raum auf 8' erschöpft war, entschloßman sich nicht zum Anheften einer neuen Pergamentlage, sondern schrieb, wie dies bereits vorhergeschehen war, die Einträge überall dorthin, wo sich am oberen oder unteren Rand oder mitten unterden anderen Einzeichnungen eine Lücke fand. Die letzten Einträge von 1504 an haben noch Platzauf 4' gefunden.
Eine Fortsetzung des Promotionsverzeichnisses, die mit dem Jahre 1525 anhebt, findet sichin dem zweiten Statutenbuche (B). Es ist dies eine Pergamenthandschrift von 18 Blättern von30,5 ctm Höhe und 21,5 ctm Breite, die von Bl. 14 an nur zum Theil beschrieben worden sind. DerEinband besteht aus Holzdeckeln, die mit gepreßtem Schweinsleder überzogen worden sind. DieSchließer, die ihn früher zusammenhielten, hat man abgerissen. Auf der Außenseite des Vorderdeckelsfindet sich die neuere Signatur A I. 9. vol. I., auf der Innenseite steht: „ Nicol. . . Pe>-ot in Epig . . .19 . . .“, darunter: „Tres numero collegium facere existimavit Iloratius Priscus“. Die Innenseite deshinteren Deckels enthält die Notiz: „Steffanus Iluler desyderavit promoveri in dodorem, non habuillitteras complecionk artium MDXXXI sexta feria post Oculi.“
Auf der Vorderseite des ersten Blattes, das im Uebrigen leer gelassen worden ist, steht:No. 9 Liber statutorum facultatis medice. Auf Bl. 2 beginnen die Statuten, die sehr sorgfältig ge-schrieben und im Gegensätze zu den ganz schmucklos verzeichneten Statuten der theologischen undjuristischen Facultät mit rothen und blauen Verzierungen ausgeschmückt sind: „Statuta facultatkmedicine huius studii Iwpzensk prius ante multa tempora satis confuse et inordinate posita , sepiusimpertinenter repetita in volumine statutorum descripta, anno 1503 die vero decima mensk Maü addebitum ordinem redaeta sunt et renovata deinque per collegium doctorum eiusdem facultatk cumnonnullis aliis superadditis conclusis et statutis rationabiliter, contradicente nemine, approbata.“ DieStatuten sind in einem Zuge bis auf Bl. 11' eingeschrieben worden. Dann folgen Nachträge, die ver-muthlich von der Hand Heinrich Stromers herrühren, der im Jahre 1523 Decan wurde.
lül ) Im Text S. 73 ist dieser Eintrag durch ein Versehen ausgefallen.