Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
391
Einzelbild herunterladen
 

391

gleich diese Erscheinungen und ihr Zusammenhang mitalten Ueberfluthungen (einer einmaligen oder mehrfachen)das Interesse fesselten und, Glauben und Wissen miteinander vermengend, die sogenannten Systeme von Ray,Woodward, Burnet und Whiston in England erzeugten;so blieb doch, bei gänzlichem Mangel mineralogischer Un-terscheidung in den Bestandtheilen zusammengesetzter Gebirgs-arten, alles, was das krystallinische und massige Erup-tionöge stein und seine Umwandlung betrifft, unbearbeitet.Trotz der Annahme einer Centralwärme des Erdkörpers wur-den Erdbeben, heiße Quellen und vulkanische Ausbrüche nichtals Folgen der Reaction deöPlaneten gegen seine äußere Rindeangesehen, sondern kleinlichen Localursachen, z. B. der Selbst-entzündung von Schwefelkies-Lagern, zugeschrieben. SpielendeVersuche von Lemery (1799) sind leider! von langdauerndemEinfluß auf vulkanischeTheorien geblieben, wenngleich die letz-teren durch die phantaffereiche Urotogaea von Leibnitz (1689)zu allgemeineren Ansichten hätten erhoben werden können.

Die Urotogaeg. bisweilen dichterischer als die vielen jetzteben bekannt gewordenen metrischen Versuche desselben Philo-sophenlehrtdie Verschlackung der cavernösen, glühenden,einst selbstständig leuchtenden Erdrinde; die allmälige Ab-kühlung der in Dämpfe gehüllten wärmestrahlenden Ober-fläche; den Niederschlag und die Verdichtung der allmäligerkalteten Dampf-Atmosphäre zu Wasser; das Sinken desMeeresspiegels durch Eindringen der Wasser in die in-neren Erdhöhlen; endlich den Einsturz dieser Höhlen,welche das Fallen der Schichten (ihre Neigung gegen denHorizont) veranlaßt." Der physische Theil dieses wildenPhantasiebildes bietet einige Züge dar, welche den Anhängern