Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
30
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unö (bei dem ewig und regelmäßig wiederkehrenden Wech-sel) in den Einklang der Wunderkräfte der Natur. Werdiese mit dem sinnigen Auge der Seele durchschaut, fühltdes Menschen Kleinheit bei der Größe des Weltalls."

Leitete eine solche Verherrlichung GotteS in liebevollerAnschauung der Natur die christlichen Griechen zu dichterischenNaturschilderungen, so waren sie dabei auch immer, in denfrüheren Zeiten des neuen Glaubens, nach der Eigenthüm-lichkcit ihrer Sinnesart, voll Verachtung aller Werke dermenschlichen Kunst. ChrhsostomuS sagt in unzähligen Stellen -Siehst du schimmernde Gebäude, will dich der Anblick derSäulengänge verführen, so betrachte schnell das Himmelsge-wölbe und die freien Felder, in welchen die Heerden am Uferder Seen weiden. Wer verachtet nicht alle Schöpfungen derKunst, wenn er in der Stille des Herzens früh die aufgehendeSonne bewundert, indem sie ihr goldenes (krokosgelbes) Lichtüber den Erdkreis gießt; wenn er, an einer Quelle imtiefen Grase oder unter dem dunkeln Schatten dichtbelaubterBäume ruhend, sein Auge weidet an der weiten dämmerndhinschwindenden Ferne?"°° Antiochien war damals vonEinsiedeleien umgeben, und in einer derselben lebte Chrh-sostomuS. Es war als hätte die Beredsamkeit am Quell derNatur, in den damals waldigen Berggegenden von Syrienund Kleinasien ihr Element, die Freiheit, wiedergefunden.

Als aber in den späteren, aller Geistescultur feind-lichen Zeiten das Christenthum sich unter germanische undceltischc Volksstämme verbreitete, die vormals, dem Naturdienstergeben, in rohen Symbolen die erhaltenden und zerstörendenMächte verehrten, wurden allmälig der nahe Umgang mitder Natur und das Aufspüren ihrer Kräfte, als zur Zau-