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Ein solcher Beweis für das Dasein himmlischer Mächteaus der Schönheit und unendlichen Größe der Werke derSchöpfung steht in dem Alterthum sehr vereinzelt da.
Was wir, ich sage nicht in der Empfänglichkeit desgriechischen Volkes, sondern in den Richtungen seiner litte-rarischen Productivität vermissen, ist noch sparsamer bei denRömern zu finden. Eine Nation, die nach alter siculischerSitte dem Feldbau und dem Landleben vorzugsweise zuge-than war, hätte zu anderen Hoffnungen berechtigt; aberneben so vielen Anlagen zur praktischen Thätigkeit war derVolkscharakter der Römer in seinem kalten Ernste, in seinerabgemeßnen, nüchternen Verständigkeit, sinnlich weniger er-regbar, der alltäglichen Wirklichkeit mehr als einer idealistren-den dichterischen Naturanschauung hingegeben. Diese Unter-schiede des inneren Lebens der Römer und der griechischenStämme spiegeln sich ab in der Litteratur als dem geistigenAusdruck alles Volkssinnes. Zu ihnen gesellt sich noch, trotzder Verwandtschast in der Abstammung, die anerkannte Ver-schiedenheit in dem organischen Bau der beiden Sprachen.Der Sprache des alten Latium wird mindere Bildsamkeit, einebeschränktere Wortfügung, „eine mehr realistische Tendenz"als idealische Beweglichkeit zugeschrieben.. Dazu konnte imAugusteischen Zeitalter der entfremdende Hang griechischenVorbildern nachzustreben den Ergießungen heimischer Gemüth-lichkeit und eines freien Naturgefühls hinderlich werden;aber, von Vaterlandsliebe getragen, wußten kräftige Geisterdurch schöpferische Individualität, durch Erhabenheit derIdeen, wie durch zarte Anmuth der Darstellung jene Hin-dernisse zu überwinden.
Reichlich mit poetischem Genius ausgestattet ist das