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Pflanzenwelt zugewandt. Eine edle und zugleich etwasgrößere Composition ist das Frühlings-Jdyllium des Meleagervon Gadara in Eölesyrien."
Schon des alten Rufes der Gegend wegen muß ich derSchilderung des Waldthales von Tcmpe erwähnen, welcheAelian'° wahrscheinlich nach dem Vorbilde des Dicäarchusentworfen hat. Es ist das Ausführlichste, was uns vonNaturbeschreibungen aus den griechischen Prosaikern erhal-ten ist, topographisch freilich, aber doch auch malerisch zu-gleich; denn das schattige Thal wird belebt durch den pythi-schen Aufzug slliooria), „welcher vom heiligen Lorbeer diesühnenden Zweige bricht". In der späten byzantinischenZeit, seit dem Ende des vierten Jahrhunderts, sehen wir land-schaftliche Schilderungen schon häufiger in die Romane dergriechischen Prosaiker eingewebt. Durch diese Schilderungenzeichnet sich der Schäferroman desLongus^ aus, in welchemaber doch zarte Lebensbilder den Ausdruck der Natur-gefühle weit übertreffen.
Es war nicht der Zweck dieser Blätter mehr zu liefern,als waö durch specielle Erinnerung an einzelne Kunstformendie allgemeinen Betrachtungen über die dichterische Auf-fassung der Außenwelt zu erläutern vermag. Ich würdeschon den BlüthenkreiS des hellenischen Alterthums verlas-sen, wenn in einem Werke, dem ich gewagt den NamenKosmos vorzusetzen, mit Stillschweigen die Naturschilderungübergangen werden dürfte, mit der das Pseudo-AristotelischeBuch vom Kosmos (oder von der Weltordnun g) anhebt. Eszeigt uns dieselbe „den Erdball mit üppigem Pflanzenwuchsegeschmückt, reich bewässert und (als das Preiswürdigste) vondenkenden Wesen bewohnt"." Die rhetorische Färbung eines