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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
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nur ein Versuch. Auch würde, selbst wenn die Beobachtung überall durch-zuüringcn vermöchte, doch nicht die Kartographie, sondern wohl nur diuPlastik im Stande sein, ein treues Nalurbild dieser Gegend zu geben. Ammeisten gilt dies von der nach Süden zu gelegenen Gegend, nach Streetund Longomontan zu.

§. 106.

Da im südöstlichen und noch mehr im südwestlichen Quadrantendie meisten llinggebirge im Vollmonde gar nicht, andre nur seh r s ch wa chsichtbar, bei genauer Ortskenntnil's auflindbar sind, so werden die, welcheauch in hoher Beleuchtung bequem wahrgenommen werden können, imFolgenden mit Q bezeichnet werden. Die Augenfälligkeit des Tycho er-reicht jedoch kein einziger.

Sasserides, kein Ringgebirge, sondern eine unregelmäfsigc be-grenzte Landschaft mit vielen, gröfstentheils reihen weis geordneten Cra-tern und Grübchen, ferner Hell, sehr augenfällig, in fast ebener Gegend,5040 Fnfs tief, sind die merkwürdigsten Gegenstände im N. des Tycho.Hell liegt in einer fast 1200 Quadratmeilen grofsen, verhältuifsmäfsig ebenenLandschaft, die mehr Ähnlichkeit mit Erdgegenden zeigt, als die meistenanderen unsers Trabanten.

Weiter östlich erhebt sich Gauricus, eine grofse Vertiefung ineinem breiten und nur von Cratern durchbrochenem Hochlande, ohne be-sonderen Wall, 8730 Fufs unter dem Ostrande tief. Die Westseite istjedoch viel niedriger, mehr in Gipfel verthcilt und mit vielen anderen la-byrinthischen Berggruppen von 3000 4000 Fufs Höhe zusammenhängend,die den Raum zwischen Gauricus, Hell und dem Mare Nubium anfüllen;ferner Pitatus©, eigentlich ein grofser Bergkranz, dessen Inneres sehrdunkel ist, und der im O. an einen kleineren Bergkranz, Ilesiodus©,grenzt. Die höchsten Berge beider gehen nicht über 3000 Fufs. Hier endendie Streifen des Tycho in feinen Spitzen, und gehen allmählich in dasMarc Nubium über, das hier einen grofsen Busen bildet, der von einerfeinen Rille durchzogen wird.

Wurzelbauer liegt östlich neben Gauricus, zwar noch im Hochlandeaber doch schon wieder den Ringgebirgen sich annähernd. Sein wenigüber 2000 Fufs vertieftes Innere ist mit Gelmgel ganz angefüllt, und dernördlicher gelegenen Landschaft sehr ähnlich. Eben so liegt Cichus mit-ten auf einem starken Plateau ohne besoudern Wall, 8800 Fufs vertieft.Da nun das Hochland sich nur 4848 Fufs über seinen östlichen Fufs er-hebt, so liegt Cichus noch gegen 4000 Fufs tiefer, als die ebene Land-schaft im Osten. Die Gegend zwischen Cichus, Gauricus, Ilesiodus undCampanus ist eine der merkwürdigsten in Bezug auf die Ausbildung desMondkörpers und dürfte bei fortgesetzter genauer Beobachtung manchonoch ungeahnte Aufschlüsse geben. Auch giebt es hier herum einige kleinereRinggebirge und Cratcr, die im Vollmonde sichtbar bleiben.

§. 107.

Ira O. des Tycho bemerken wirHeinsius mit einem drei kleiner«Ringgebirge gemeinschaftlich uraschliefsenden Walle, 8136 Fufs über der