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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
Entstehung
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Die Messungen von Höhenunterschieden (1095 an der Zahl) Bindin der gröfsern Selenographio mit allem erforderlichen Detail ausführlichmilgetlieilt. Die wichtigsten Rcsultala derselben werden weiterhin imtopographischen Tlicile ihre Stdle finden; hier mufste iliro Aufzählungunterbleiben.

Dritter Abschnitt.

Allgemeine physische Beschaffenheit derMondoh er fläche.

§. 33.

Der Mond, unser nächster Nachbar und Begleiter im Sonnensysteme,hat schon in den frühesten Zeiten des Menschengeschlechts die Blicke derForscher vorzugsweise auf sich gezogen. Die Alten erschöpften sich inMuthmafsungen über die Natur seiner Flecke, und obgleich die Absurdität dermeisten von selbst in die Augen springt, so kamen doch die Ansichtenmancher unter ihnen denjenigen, welche wir durch aufmerksame Beob-achtung mit bewaffnetem Auge gewonnen haben, ziemlich nahe. Dochscheinen sie eben das Schicksal gehabt zu haben, wie die Anklänge deswahren Weltsystems, die wir bei Aristarch und einigen Andern finden:diese glücklichen Conceptionen waren viel zu einfach und naturgcmäfs,um nicht in jenen traurigen Jahrhunderten, wo fast nur das Monströseund wunderbar erscheinende Beifall und Verbreitung fand, wieder unter-zugehen und vergessen zu werden. So datirt unsre physische Kenntnifsdes Mondes höchstens zwei Jahrhunderte.

Eine blos oberflächliche Beobachtung wird anf der Oberfläche desMondes keine ausgezeichneten Verschiedenheiten entdecken; und deshalbhaben Manche, selbst noch in unsern Tagen, in ihm nichts als einen Fels-klumpcn, einen verkalkten oder verglaseten Körper, eine Eis- undSchneewüste, kurz eine starre, todte einförmige Masse zu erkennen ge-glaubt. Eine aufmerksame und ins Einzelne eingehende Beobachtung lehrtuns jedoch, dafs die Mannichfaltigkeit der Naturformen dort nicht gerin-ger als auf unsrer Erde sei, und dafs weder die bedeutende Entfernungnoch auch andre Schwierigkeiten uns hindern, einen grofsen Reichthumder Bildungen und die mannichfachsten Übergänge zu bemerken, und trotzdes fremdartigen, räthselhaften Gepräges, welches sie für uns an sich tra-gen, auch diese Hieroglyphe der Natur, gleich der von uns bewohnten,mehr und mehr verstehen zu lernen.