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sehr grofse nach Bulliald ziehende) glanzen fast so hell als Tycho seihstund man sieht wohl gar in der Nachtseite des Mondes noch Spuren vouihm. Auel» speciiisch sind sie sich an I'arhe nicht ganz gleich: die mei-sten sind gelblich, einige aber mehr milchwcils, und diese letztem sindmeistens die schwächeren. Will man das Strahleusystem in möglichstvollständiger Entwickelung sehen, so wähle man einen Vollmond bei wel-chem die Breite des Mondes nördlich, also sein Südpol uns zugewendetist, und beobachte mit einer mäfsigeu Vcrgröfserung von 40 — 60mal, daman sonst das Ganze nicht gleichzeitig Übersicht und überdiefs fürchtenmufs au Deutlichkeit der Farben zu verlieren, worauf es doch hier vor-züglich ankommt. Denn grofs genug sind die Streifen auch schon inweit geringeren Vcrgröfscrungen.
Zwischen diesen Streifen sieht man zwar eine grofse Menge hellerPunkte und unbestimmt verwaschener Lichtllecke, aber weit und breitnichts was einem Kinggebirge ähnlich wäre, und eben so wenig eine Berg-kette oder Bergkranz, die doch in andern Gegenden des Mondes auch imvollen Lichte zum Theil sichtbar sind.
§. 103.
Dies ist Tycho im Vollmonde. Denn der Tycho in den Pha-sen, z. B. bald nach dem ersten oder um die Zeit des letzten Viertels,hat so wie er uns erscheint, nicht das geringste mit dem vorhin beschrie-benen gemein. Die Streifen, die Lichtllecke und glänzenden Punkte suchtman vergebens, an ihre Stelle tritt ein dichtes Gewimmel von grofsen undkleinen Kinggebirgen und Cratern, die man wie die Sterne der Milchstrafseals unzählbar aufgeben mufs, und welches von diesen Gebirgen derTycho sei, lehrt erst eine genaue Vergleichung, und man wird die Hülfeder Mondkarte nicht entbehren können. Hat man ihn gefunden, so suchtman vergebens nach irgend einem wesentlichen Merkmal, was ihn vonden benachbarten, im Vollmonde unsichtbaren, unterschiede. Er ist we-der der gröfste noch der tiefste dieser Gegend: die Form seines Wallesist die gewöhnliche, seine Schatten sind mit denen der übrigen von glei-cher Schärfe und Schwärze, kurz es bleibt unerklärlich, wie allein durchden veränderten Erleuchtungswinkel' eine so totale Verwandlung vor sichgehen könne.
Und dennoch kann es nur dieser sein, denn jenes System vonStreifen bildet sich in allen Vollmonden, und ihr Verschwinden, so wiedas gleichzeitige llervortreten der Ringgebirge, findet in allen Periodender Ab- und Zunahme statt. Es scheint also in der Tliat nichts übrigzu bleiben als die §. 53. angedeutete Erklärung, wonach die Streifen aufserallem Verhältnifs zu den Höhen und Tiefen stehen, und auf einen ganzandern Gegensatz, den der eigentümlichen Bodenformation zu bezie-hen sind. —
Die nächste Umgebung des Tycho insbesondere ist vielleicht diewildeste und zerrissenste der ganzen Mondfläche. So grofse Mühe auchihre Darstellung in der Mappa Selenographica gekostet hat; sie ist dennoch