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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
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Kranz von Lichtinseln aus, den Beine Wallgipfel bilden. Der Hauptgipfelleuchtet noch 24 Stunden lang, nachdem die Sonne schon in den umlie-genden Thälern untergegangen ist. Sein Centralberg ist der höchste unterallen Von uns gemessenen, er steigt G420 Fuls empor. Von 70° 62° S. 11.erstreckt sich längs des Randes die grofse Landschaft Bailly, 32J Meileim Durchmesser, die selten gut zu sehen ist. Eine möglichst genaue Ab-bildung derselben ist auf einem besonderen Blatte in unsrer gröfseren Se-lenographie gegeben. Man bemerkt, wenn man etwas in die jenseitigeHalbkugel hinübersehen kann, noch mehrere ähnliche grofse Landschaften,von Wallgebirgen umgeben.

§. 122 .

Die übrigen Gegenden dieses Quadranten enthalten zwar vielesMerkwürdige, da dies indessen meist nur mit starken Ferngläsern wahr-genommen werden kann, so fassen wir uns hier kürzer und verweisenauf die gröfsere Selenographie. Die Landschaften im N. des Schickardund im O. des Marc Ilumorum enthalten viele grofse, aber in jeder Lu-nation gewöhnlich nur eine Nacht sichtbare Mondfleckc, unter ihnen Byr-gius Q, der itn Vollmonde ein Strahlensystem gröfserer Art bildet. Dieübrigen sind alsdann meist unsichtbar, selbst die sehr grofsen Piazzi,Lagrange, Bouvard, Eichstädt u. a. m. Etwas weiter nördlich be-merkt man Billy 0 und Crüger 0, zwei einander fast völlig ähnliche,streng kreisförmige, im Innern ganz ebene und dunkel-stahlgraue Ringge-birge, welche bequem dienen können sich im Vollmonde zurecht zu finden,und noch näher dem Äquator Grimaldi 0 und Riccioli. Ersterer istder dunkelste Fleck der ganzen Mondfläche, besonders in seinem südlichenTheile. Doch giebt es hier herum mehrere Gegenden, die dem Grimaldan Dunkelheit wenig nachgeben. Auch Riccioli hat einen sehr dunklenFleck, der aber kaum i seines Innern einnimmt, und auch nicht in allenVollmonden gut gesellen wird, wie denn das ganze Gebilde trotz seinerGrofse bei ungünstiger Libration so gut als ganz verschwinden kann.

Südwestlicher Quadrant.

§. 123.

Für den Beobachter ist dieser Theil des Mondes unter allen derschwierigste. Der gröfste Theil zeigt in hoher Beleuchtung ein blendendesLicht, in dem zwar zahllose Punkte und Streifen, aber nichts von Ring-gebirgen oder andern Bergketten unterschieden Werden kann; nur in dendem Äquator näheren Theile herrscht ein milderer Glanz und das Augevermag ohne Beschwerde längere Zeit auf ihnen zu verweilen. Aber auchin schräger Beleuchtung zeigen sich fast unüberseliljche Schwierigkeiten.Man findet keinen Ruhepunkt, keine lndividualisirung in gröfseren Massen;fast alles ist Gebirgsland, und die grofse Ähnlichkeit vieler Ringgebirgeerschwert ungemein das sichre Wiederauffinden. Hier dürfte für künftigeMondbeobachter noch eine reiche Ernte übrig sein.