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Kurzgefaßte Beschreibung des Mondes : Ein Auszug aus der größeren Selenographie
Entstehung
Seite
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§ 74.

Ein ähnliches Neben und Zwischenglied ist auch der wcilgedehnleLacus Somniorum, der sowohl mit dem Lacus Mortis als dem MareScrenitatis zusammenhängt, und schon ehvas dunklere Färbung als dienördlicher liegenden grauen Flächen zeigt. Mitten durch ihn hin ziehenmehrere Bergaderketlen und eine Folge von grofsen Cralern, die vomPosidonius anfangen, und deren nördlichster 6700 Fufs unter seinem Wallevertieft ist. In diesen Tiefen zeigen sich Centralhcrge, und eine bedeu-tende Anzahl nngemein feiner und schwer erkennbarer Cratcr liegt in ih-rer Nähe, so wie auch mehrere isolirte Bergkuppen, deren eine die Höhevon 2000 Fufs über die Fläche des Lacus erreicht. Die vielen Bergadernund Crater, welche den Lacus erfüllen, sind es jedoch nicht allein welchedie Unebenheiten und verschiedene Schattirungen desselben veranlassen.Es finden sich auch grofse flache, keulenförmige Erhebungen, besondersin der vom Hochlande des Plana südlich gelegenen Gegend, so wie imöstlichen Theile eine beträchtliche Anzahl kleiner inselartiger Berge. Da-her ist die Lichlgrenze, wenn sie den Lacus durchschneidet, weit unebnerund ungleicher als in dem benachbarten Marc Screnitatis. Auch imwestlichen Theile findet man an den Grenzen herum viele iuselartige Glie-der, die in passender Beleuchtung einen sehr schönen Anblick gewähren.Merkwürdig ist besonders ein im S. O. des Cepheus gelegenes Hochlandvon etwa 200 Quadratmeilen durch seine schönen bestimmten Gontourenund durch die Mannichfaltigkeit seiner Bildungen. Es ist 1000 bis 1200,in einzelnen Punkten aber 2000 bis 3000 Fufs hoch.

Gegen West und Südwest zeigen sich mehrere mcerbusenarligeGlieder, die indefs doch schon heller als der Lacus erscheinen und auchsonst sich den Berglandschaften annähern. Auch eine kleine Bille findetsich hier, die aus dem südlich liegenden Berglande hervorkommt, vondem im folgenden §. die Rede ist.

§. 75.

Das Taurus - Hochland oder die Berglandschaft zwischen demMare Screnitatis, dem Lacus Somniorum, dem Palus Somnii und demMare Tranquillitatis besteht meist aus grofsen weitverzweigten Bergketten,zwischen denen es jedoch keinesweges an llinggebirgen und Cralern fehlt.Es zerfällt in die nördliche Hauptmasse und zwei Nebengruppen im Sü-den und Südwesten.

Der ganze Landstrich ist im Vollmonde (die Gegend bei Vitruviusausgenommen, die eine ganz ungewöhnliche Mannichfaltigkeit des Farben-tons zeigt) nahe von gleicher Farbe und Lichtglanze, und die Gestaltungist fast eben so monoton. Es hat grofse Schwierigkeit, diese Landschaftnaturgetreu darzustellen.

Römer ist ein starkvertieftes Ringgebirge mit breitem hohen Walle;die Höhendifferenz beträgt 10860 Fufs, der Durchmesser Meile. Vongeringerer Tiefe sind die übrigen, welche den Römer umgeben; selbst derweit gröfsere Posidonius, .eine der merkwürdigsten Ringflächen des